A n der Autobahn nach Darmstadt liegt das Areal des Rhein-Main-Flughafens. Hier war nicht nur die Hauptbasis für die Luftbrücke Berlin, sondern hier wurde auch ein Zivilluftfahrtzentrum geschaffen, das schon heute zu den größten Europas zählt. Sieben Luftfahrtgesellschaften fliegen Frankfurt an. Die American Overseas Airlines (AOA), das Scandinavian Airlines System (SAS), die Panamerican Airways (PAA), die British Europeen Airways (BEA), die Königliche Niederländische Luftverkehrsgesellschaft (KLM), die Suisse-Air und die Belgische Luftverkehrsgesellschaft Sabena.

Führend sind die Amerikaner. Allein die AOA ist mit 35,5 v. H. am Gesamtflugverkehr, mit 61,5 v. H. am Passagierverkehr, mit 69,4 v. H. am Luftpostverkehr und mit 87,3 v. H. am Luftfrachtverkehr beteiligt. Dieser starke Anteil ist nicht zuletzt auf den Einsatz der neuen Strato-Cruiser Flagships zurückzuführen, die 1949 viermal wöchentlich, seit Januar 1950 sogar täglich von und nach den USA fliegen und die reine Flugzeit Frankfurt/Main–New York auf siebzehn Stunden verkürzt haben. Diese Stratosphärenkreuzer sind äußerst komfortabel. Ein zweistöckiger Rumpf –: man kann im Oberdeck „promenieren“, man kann im Unterdeck an der Coctailbar sitzen. Es gibt heißes und kaltes Wasser, Pudertische, Ansteckdosen für elektrische Rasierapparate, Ankleideräume, eine Klimaanlage mit Überdruckausgleich zum Schutz gegen die dünne Luft in großer Höhe. Diese riesigen Maschinen machten es notwendig, daß auf dem Rhein-Main-Flughafen eine neue Startbahn gebaut wurde, die zu den modernsten Europas gehört.

Amerikanische Pioniere und die Arbeiter deutscher Baufirmen hatten Tag und Nacht geschafft, um noch vor Anbruch des Winters fertigzuwerden. Die Startbahn ist 2160 Meter lang und 61 Meter breit. 87 800 Kubikmeter Beton waren erforderlich. Der Bau hat 9 Millionen DM gekostet, von denen 6,5 Millionen DM über Besatzungskosten verbucht sind und 2,5 Millionen DM von der deutschen Verkehrs-AG. Rhein-Main übernommen werden mußten.

Die alte Startbahn, die um rund 300 Meter kürzer und rund 15 Meter schmaler ist, hat durch den Luftbrücken- und den Zivilverkehr stark gelitten. Sie wird zur Zeit überholt, und diese Arbeit soll im Frühjahr beendet sein. Dann ist der Rhein-Main-Flughafen tatsächlich der führende in ganz Europa, das Lufttor zur Welt. L.