Seit dem Ende des spanischen Bürgerkrieges lebt Pablo Casals zweifellos der größte Cellist unserer Zeit, in der abgeschiedenen kleinen französischen Pyrenäenstadt Prades. Er lebt dort sozusagen als freiwilliger Gefangener: er hat das Gelöbnis abgelegt, Prades nicht zu verlassen und nicht in der Öffentlichkeit aufzutreten, bis Spanien wieder eine republikanische Regierung habe. Ein einziges Mal nur ist er seinem Gelöbnis untreu geworden, im Spätherbst 1944 gab er in Montauban ein Konzert zu Ehren der im Kampf um Frankreichs Befreiung gefallenen Spanier. Aber die goldenen Brücken, die die ganze Welt ihm baute, nicht zuletzt Moskau und New York, beschritt er nicht. Er hat auch abgelehnt, im Sommer dieses Jahres zum 200. Todestag von Johann Sebastian Bach nach Leipzig zu kommen und an der dortigen Bach-Feier teilzunehmen.

Aber der große Meister Casals konnte dem größeren Meister Bach nicht jede Ehrung verweigern. Es wird jetzt bekannt, daß er vom 2. bis zum 20. Juni 1950 in Prades selbst ein Bach-Fest leiten wird. Der Bischof von Perpignan, Mgr Bernard, hat ihm die 1200 Personen fassende Kirche von Prades zur Verfügung gestellt. Fünfzig europäische und amerikanische Musiker, fast alle Freunde oder Schüler Casals’, darunter Clara Haskill, Rudolf Serkin, Mieczyslaw Horszowski, Szigeti Alexander Schneider, Isaac Stern, Doda Conrad) haben ihre kostenlose Mitwirkung zugesagt. Das Programm bringt sechs Orchester- und sechs Kammermusikkonzerte. Sämtliche zwölf Konzerte beginnen mit einem Cellosolo, gespielt von Casals.

In der kleinen Stadt Prades werden sich also im Juni das 18. und das 20. Jahrhundert, schöpferische und wiedergebende Musik, die Kulturen Spaniens und Deutschlands die Hände reichen. Georges R. Raymond

Der bekannte norwegische Pianist Fritjof Backer-Gröndahl gab nach einer Tournee in der Schweiz auf der Rückreise durch Deutschland in Wiesbaden ein Konzert, in dem er, begleitet vom Symphonieorchester unter Leitung von Mr. Gibson-Morrissey, das Klavierkonzert in a-moll von Grieg vor ausverkauftem Hause spielte.

Die Intendanz der Mailänder Skala teilt uns mit, daß die in verschiedenen Städten Deutschlands mit dem Namen der Mailänder Skala auftretenden Sänger nicht du das geringste mit ihr zu tun haben und daß sie bei weiterem Mißbrauch dieses Namens Strafantrag stellen werde,