In Warnemünde sind die größten Veränderungen vor sich gegangen: 1948/49 ist die neue „Karl-Liebknecht-Werft“ mit vier Großhallen und einer Gesamtbelegschaft von 5400 Mann ent- – standen. Sie dient der Reparatur von Großschiffen. Bisher wurde die „Sibirj“ (deutsche Ex-„Oceana“, 9000 t), repariert, die sodann als Truppentransporter im Oktober 1948 nach Wladiwostok im Fernen Osten auslief. Die „Asia“ (Ex-„Sierra Morena“, 12 000 t), ist in Warnemünde ebenfalls zum Truppentransporter umgebaut worden und steht zum Auslaufen nach Wladiwostok bereit. Vor einiger Zeit ist auch das frühere deutsche Schiff „Hansa“ (Ex-„Albert Ballin“) das 22 000 t mißt, nach Warnemünde eingeschleppt worden. Auch die frühere „Cordillera“ und einstige „Ozeana“ werden in Warnemünde umgebaut werden.

In Stralsund wurde 1949 eine neue „Volkswerft“ neben dem Rügendamm vollendet. Sie stellt zehn Logger im Monat her, und zwar im Fließbandverfahren: Schiffe, die ausschließlich nach der Sowjetunion gehen. Zwei bis drei Logger werden monatlich – „Logger“ wenigstens heißt es offiziell – schließlich noch in Boizenburg an der Elbe und in Brandenburg-Havel gebaut, wo die „Ernst-Thälmanm-Werft“ sich im Ausbau befindet.

Es ist bezeichnend, daß gerade Bewacher und Minensucher in großer Anzahl von der Sowjetunion gebaut werden. Die Erklärung ist unschwer zu finden: Kein anderes Land hat insgesamt ähnlich lange Küsten und einen so großen Bedarf an Defensivfahrzeugen für den Küstenschutz und für die Minensperren. Den sowjetischen Werften in den Ostseehäfen aber wächst noch immer neue Arbeit durch den Umbau und die Reparatur gehobener deutscher Schiffe zu.

Stettin, Danzig und Königsberg sind ebenfalls unablässig mit Reparaturen und Umbauten leichterer sowjetischer Überwassereinheiten und deutscher Handelsdampfer zu Truppentransportern mittlerer Tonnage beschäftigt.