Im November des vergangenen Jahres hatte die Arbeitsgemeinschaft der Zigarrenherstellerverbände dem Bundesfinanzminister eine Denkschrift über die Notlage der westdeutschen Zigarrenindustrie vorgelegt und zugleich recht vernünftige Vorschläge über die erforderlichen Maßnahmen zur Linderung der Existenzkrise mit ihren 2600 Betrieben und 60 000 Arbeitnehmern gemacht. Damals konnte man es nicht ahnen, laß die nun endlich für den 20, Februar angekündigte Senkung der Zigarrensteuer zu einem Schlager im britischen Wahlkampf werden würde: der konservative „Daily Telegraph“ rechnete dieser Tage aus, daß die deutschen Zigarren nach der Ermäßigung nur noch durchschnittlich das Doppelte einer Zigarette kosten würden, wogegen in Großbritannien die Zigarren sechs- bis achtmal teurer seien als Zigaretten...

Nun ist in Deutschland die Zigarre niemals ein Luxusartikel gewesen, wie sie es zum Beispiel in Großbritannien und auch in Frankreich ist, Immer war sie eine echte Konsumware. Und erst durch die von den deutschen Stellen selbst abgelehnte Besteuerung hat man sie leider zu einem für die breite Masse unerschwinglichen Artikel gestempelt, Das soll nun aufhören. Man hat sich in Bonn die Sorgen der Zigarrenraucher zu Herzen genommen, Das ist sehr erfreulich, aber doch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie stark in Bonn die Fraktion der Zigarrenraucher ist. Mit Wirkung vom 20. Februar wird also die Zigarrensteuer für die Preisklassen bis einschließlich 40 Dpf. 30 v. H. und für die Preisklassen über 40 Dpf. auf 35 v. H. gesenkt werden. Wenn auch die Wünsche der Zigarrenindustrie mit dieser Neuregelung nicht ganz befriedigt werden (sie erhoffte einen Steuersatz von nur 25 v. H.), so wird doch die Zigarre, die am 19. Februar noch 30 Dpf, kostete, am 20. Februar bereits für 20 Dpf, zu haben sein, Damit dürfte man dann den wichtigsten Schritt zur Erreichung einer normalen Preisrelation zwischen der Zigarre und der Zigarette getan haben, ww.