In einer südamerikanischen Hauptstadt war wieder einmal eine Revolution geglückt. Anedro, der neue Präsident, saß erschöpft in seinem goldglitzernden Sessel, die Massen jubelten, die Glocken läuteten, die Gefängnisse waren bis oben hin voll, und somit wäre alles in bester Ordnung gewesen, wenn nicht die Person des neuen Präsidenten ein wenig mehr Aufsehen erregt hätte als sonst üblich. Anedro sah keineswegs wie ein Revolutionär aus, und wie ein siegreicher schon gar nicht. Von Natur aus war er ein blasser, unscheinbarer und schüchterner Mann.

„Exzellenz“, sagte am Schluß des ersten offiziellen Empfanges Mac Ballworth, Korrespondent eines großen Nachrichtenbüros, „Exzellenz! Sie haben mir alle notwendigen politischen Auskünfte gegeben. Ich weiß, daß die Ruhe des Landes ebenso gesichert ist wie der normale Verlauf des Geschäftslebens. Darf ich Sie über diese wichtigen Informationen hinaus noch um einige persönliche Auskünfte bitten?“

Exzellenz machte ein hilfloses Gesicht. „Wie bitte?“ murmelte er. „Ich möchte wissen“, fuhr Ballworth fort, „wie Sie Präsident und Diktator wurden! Bisher spielten Sie, wenn ich nicht irre, in der Politik keine führende Rolle?“

„Ach, nein“, seufzte der Diktator.

„Und wie ist es Ihnen gelungen, die Zügel der staatlichen Macht an sich zu reißen und mit so vollendetem Geschick eine Regierung zu beseitigen, deren Politik dem Lande unermeßlichen Schaden zugefügt hat?“

Anedro wischte sich mit einem feinen Taschentuch die Stirn. „Tun Sie Ihren Füllhalter weg“, flüsterte er, „und versprechen Sie mir, daß Sie das, was ich Ihnen erzähle, nicht veröffentlichen.

„Schon versprochen!“ sagte Ballworth.