Im Sekretariat der „Vereinten Nationen“ ist zur Vorlage beim Wirtschafts- und Sozialrat ein Bericht über die Weltwirtschaftslage im Jahre 1949 ausgearbeitet worden. Aus den 50 Seiten des Berichtes ist in der Tendenz herauszulesen, daß wohl in der Welt immerhin 20 v. H. mehr H. landwirtschaftlichen und annähernd 40 v. H. mehr an industriellen Gütern erzeugt wird als vor dem Kriege, daß aber dennoch die wirtschaftlichen der Welt im allgemeinen, des wirtschaftlichen Schwierigkeiten Europas und des Sterlingblocks im besonderen nach wie vor bestehen.

Man führt das auf die „chronischen Störungen des internationalen Güteraustausches“ zurück, die bestünden, obwohl – bis auf Südamerika – der Außenhandel aller Länder eine Belebung erfahren habe. Es werde ständig schwieriger, die gegenüber der Vorkriegszeit beträchtlich, erhöhte Produktion abzusetzen. Die Verfasser des Berichtes empfehlen angesichts dieser Tatsache eine vollkommene Neuordnung der Wirtschaftspolitik und der Wirtschaftsprogramme – wobei man ausdrücklich feststellt, daß ein Heilmittel noch nicht gefunden sei. Tendenz: ein Heilmittel wird gesucht.

Wer eine Medizin verschreiben will, muß die Krankheit des Patienten kennen. Sie ist bekannt. Es gibt eben keine echte Weltwirtschaft wieder, dafür aber zwei Regionalwirtschaften. Der Ostblock unter Führung Moskaus nimmt am Austausch der westlichen Welt nur insoweit teil, als er, zum Ausbau seiner Autarkie, Produkte des Westens braucht. Der Westen seinerseits liefert dem Osten nur, soweit dieser es erlaubt, oder soweit es seine eigenen politisch-strategischen Prinzipien gestatten. Die Teilung der Welt in zwei politische Lager führt eben zwangsläufig zur Auflösung der Weltwirtschaft. Das Heilmittel wäre also nur auf politischer Ebene zu suchen und zu finden. W–n.