Die infrarote Bestrahlung scheint ihren revolutionierenden Einfluß jetzt auch auf die Fischindustrie ausüben zu wollen. In Kiel hat ein modernes Unternehmen dieses Industriezweiges ein neues Verfahren entwickelt, das an Stelle des bisher üblichen Räucherns oder Dämpfens die infrarote Bestrahlung setzt. Eine neue Maschine, die allerdings eine erhebliche Ausdehnung hat, fertigt in einer Achtstunden-Arbeitsschicht 100 000 Dosen ab. Lediglich die Aufbereitung der Fische ist noch Handarbeit. Die übrigen Arbeitsvorgänge erfolgen in den Infrarotkammern der neuen Maschine. Fett- und Eiweißgehalt bleiben unbeeinträchtigt. Mit diesem neuen Verfahren ist sogar eine erhebliche Qualitätsverbesserung infolge der Geschmacksbereicherung und des erhöhten Nährwertgehalts verbunden. Besonders wichtig aber ist die Senkung des Fabrikpreises, den das Verfahren ermöglicht. Sie beträgt bisher 35 v. H. Damit dürfte die deutsche Fischkonservenproduktion – die übrigen führenden Firmen werden sich sicher bald dieser Entwicklung anpassen – erstmalig auch auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein. Bisher lag das deutsche Exportangebot mit 42 Pf. je Dose zu hoch, obgleich der Preis kaum die Kosten der Produktion deckte. we.