Die Sowjetunion sei bereit, aktiv an allen ehrlichen Plänen, Maßnahmen und Handlungen zur Verhinderung eines neuen Krieges teilzunehmen, erklärte der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident Malenkow in einer Rundfunkrede. Er wiederholte den sowjetischen Vorschlag, einen Friedenspakt zwischen den fünf Großmächten abzuschließen.

Ausländische Beobachter in Moskau glaubten aus der Äußerung Malenkows, des „zweitmächtigsten Mannes der Sowjetunion“, auf eine sowjetische Verhandlungsbereitschaft schließen zu dürfen. Sie rechnen sogar damit, daß Stalin bereit sein könnte, sich in Europa mit Präsident Truman zu einem Friedensgespräch zu treffen, Truman hat allerdings in letzter Zeit wiederholt zu erkennen gegeben, daß er Stalin gegenwärtig nur in Washington empfangen werde.

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Figl lud Präsident Truman, Marschall Stalin, Ministerpräsident Attlee und Ministerpräsident Bidault ein, in Wien zusammenzutreffen, um die Differenzen zwischen Ost und West in gemeinsamem Gespräch zu regeln.

„Der einzige Weg, mit der Sowjetunion fertig zu werden, ist Stärke“, erklärte Außenminister Acheson in einer Rede im Weißen Haus im vorigen Monat, die jetzt veröffentlicht wurde. Er forderte die Zusammenfassung aller Kräfte zur Zerschlagung der sowjetischen Weltherrschaftspläne.

Die Sowietunion wies die Proteste Großbritanniens, der USA und Frankreichs zurück, die sich gegen das Vorgehen des kommunistischen Blocks in Mitteleuropa und die ausschließliche Kontrolle der Donau durch kommunistische Regierungen gerichtet hatten.

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Bei dem belgischen Volksentscheid über die Rückkehr König Leopolds sprachen sich 57,6 v. H. für die Wiedereinsetzung des Monarchen aus.