DIE ZEIT

Ein zweites München?

Gespräche mit Rußland liegen in der Luft. Und sehr viele Menschen im Westen und im Osten beschäftigen sich mit dem Gedanken, ob die großen Herren der Weltpolitik nicht endlich durch Verhandlungen die Menschheit von dem Alpdruck eines dritten Weltkrieges, eines Atomkrieges, befreien könnten.

Europäisches Gezänk

Ende des Monats wird in Straßburg voraussichtlich der Ministerausschuß des Europa-Rates zusammentreten. Wie die englische Nachrichtenagentur Reuter hierzu meldet, sollen sich der britische Außenminister Bevin und sein französischer Kollege Schuman darüber einig sein, daß eine Aufforderung des Europa-Rates an die deutsche Regierung, ein Beitrittsgesuch zu stellen, nicht in Frage komme; wenn die Bundesrepublik glaube, nach dem Abschluß der Saarkonventionen abseits stehen zu müssen, dann sei dies ihre Angelegenheit.

Gefährliche Brunnenvergiftung

In den New York Times hat Drew Middleton die Inhaltsangabe eines offiziellen amerikanischen Berichtes über den deutschen Nationalismus unter Beifügung von Zitaten veröffentlicht.

In Salzgitter...

Es geht dramatisch zu in Salzgitter-Watenstedt: Wenn wieder ein Fundament gesprengt wird, gehen rote Leuchtkugeln hoch, und Sirenen schreien.

Schanghai-Prozeß

Schanghai, dieser sagenumwobene Name, der abenteuerliche Erinnerungen an Filmsensationen weckt und die Vprstellung weltweiter internationaler Geschäftsunternehmungen, bedeutet.

China hat aufgehört zu lächeln

Die Angehörigen der chinesischen Kolonie in New York and in allen westlichen Weltstädten haben Ende Februar zum 4648. Male ihr Neujahrsfest gefeiert: mit bunten Umzügen, lärmenden Raketen und nach altem Zeremoniell.

DIE WOCHE

Die Sowjetunion sei bereit, aktiv an allen ehrlichen Plänen, Maßnahmen und Handlungen zur Verhinderung eines neuen Krieges teilzunehmen, erklärte der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident Malenkow in einer Rundfunkrede.

Ein Opfer der Bolschewiki

Michael Schipkow steht nicht im Who is Who. Sein Schicksal – Verhaftung, Folterung, Verurteilung – hat, traurig zu sagen, kaum mehr etwas Außergewöhnliches an sich.

Pakt gegen die UNO

Fast unbeachtet von der Weltöffentlichkeit hat es im Nahen Osten eine politische Sensation gegeben: Israel und Jordan, die scheinbar unversönlichen Feinde, haben einen gemeinsamen Pakt ausgearbeitet und damit das Wort von der ausweglosen Politik Lügen gestraft.

Shanghai-Prozeß

Teil der Angeklagten nach Abschluß der Zeugenvernehmung auf jede Verteidigung verzichtet hatte. Gar aicht faßbar erschien daher den Beteiligten das am 17.

Experiment mit Bizet

Bizets Musik zu Alphonse Daudets legendärem Spiel l’Arlésienne hatte bekanntlich bei der Uraufführung 1872 nicht viel Glück.

Frank Thiess 60 Jahre

Regisseur, Schauspieler, Theaterkritiker, Journalist, Essayist, Geschichtsphilosoph, Musikhistoriker, Novellist, Romancier, Filmautor und Dramatiker“ – die Aufzählung so vieler Gestalten, in denen ein und derselbe Mann nacheinander und gleichzeitig hervorgetreten ist, könnte vermuten lassen, daß von einem Proteus die Rede sei, der sein wahres Gesicht nie erkennen läßt.

Heinrich Mann †

Als Albert Langen 1910 seine Autoren aufforderte ihren Lebensabriß für einen Verlagsalmanach zu schreiben, lieferte der am 12.

König Leopolds Dilemma

Ein Volksentscheid, der nichts entschieden hat –: das ist für Belgien das Ergebnis des letzten Sonntags. Zwar haben 57,7 v. H.

Nationale Front im Kirchenbann

Deutschland war das einzige Land, in dem die Exkommunizierung, die Pius XII. im Sommer des vorigen Jahres über die Kommunisten verhängte, ohne unmittelbare und direkte Wirkung blieb.

Notizen

Die Hamburger Musikhochschule soll am 12. April mit einer Feier in der Musikhalle eröffnet werden. Nach Mitteilungen des Direktors Professor Philipp Jarnach wird sich die Hochschule in drei Abteilungen gliedern: die künstlerische (Leitung: Professor H.

Tragödie der Technik

Mathias Josef Weiß, der Autor des Marconi-Schauspiels „Gebündelte Strahlen“, das in den Kammerspielen der Städtischen Bühnen Lübeck uraufgeführt wurde, wußte nicht, wo er das Fahrgeld für die Rückreise von Lübeck nach seinem Wohnort im Ruhrgebiet hernehmen sollte.

Umwölkter Olymp

Die Wahlen in Griechenland haben mit einer entschiedenen Niederlage von Tsaldaris geendet, der in den letzten Jahren die bestimmende Persönlichkeit der griechischen Politik war.

Warschaus Mission in Berlin

Die Bundesrepublik hat keinerlei direkte Beziehungen zu Polen. Polen hat aber nicht nur bei der Ostregierung sondern auch noch immer beim Kontrollrat eine offizielle Vertretung, die von General Prawnin geführt wird.

Zurück ins Elend!

Die Hohen Kommissare haben von der Bundesregierung verlangt, sie möge die Aufnahme weiterer Flüchtlingstransporte aus Polen verweigern und die Einlaß Begehrenden nötigenfalls mit Gewalt zurückweisen.

Eine Stadt war Mäzen

Karl Scheffler hat von der Hamburger Kunsthalle gesagt, sie habe etwas von dem Charakter einer ungeheuren Privatsammlung an sich, so sehr sei sie das alleinige Werk einer Persönlichkeit: Alfred Lichtwarks.

Gralsburg bei Nacht

Wie ein riesiger Block aus leuchtendem Glas liegt das Kraftwerk in der Nacht. Wie auch einst die ersten Bewohner der Gegend siedelte es sich an den Ufern des Stroms an.

Kinder sehen Bilder

Kind und Kunst ist ein Thema von echter kulturgeschichtlicher Aktualität und zwingender pädagogischer Konsequenz. Der Ruf, das bildliche Kunstschaffen ernst zu nehmen, mehr in ihm zu sehen als nur ein Üben mit Material, das sorgsam gelenkt werden muß, um später einmal größtmöglichstes technisches Können zur Folge zu haben, kam aus zwei verschiedenen Richtungen.

„Mein Haus ist ein verfallendes Haus“

Seit die Kriegsleidenschaften in der englischen Literatur abgeklungen sind, ist drüben ein grundsätzliches und zweiflerisches Gespräch über zeitgenössische Dichtung in Gang gekommen.

Das entkanalisierte Theater

Die Frankfurter Lösung der Theaterfrage wird Schule machen. So befürchtete Heinz Friedrich in seiner Glosse „Kunst gleich Kanalisation“ vom 2.

Der unsichtbare Mann

Nicht etwa die Generäle Eisenhower und Montgomeryhaben den Krieg gewonnen, auch nicht die Russen. Eine Hollywooder Spitzenleistung bringt die Wahrheit ans Licht: An einem nebligen Winterabend 1940/41 betraten vier unsympathisch aussehende Herren ein Papiergeschäft in New York, das einem hübschen jungen Mann, Frank Griffin, gehörte.

Die Gesundung der Medizin

Man spricht viel von einer „Krise in der Medizin“. Zwei Dinge werden hiermit gemeint. Das eine ist, daß in Europa der Glaube an die Gültigkeit der Wissenschaft versiegt.

Selbst wenn er wollte...

Der Staatsbürger Kappes schüttelte den Kopf, stieg aus und besah sich sein Auto von allen Seiten. Es war sehr schön und teuer, aber es fuhr nicht! Kappes konnte es nicht begreifen, und er machte sich an eine systematische Untersuchung.

Fakten zur Treibstoff-Freigabe

Der Vorsitzende des Kraftstoff Ausschusses der Motoren Industrie, Carl Böblhoff, bespricht im folgenden die Pläne, die zur „Selbstversorgung" Westdeutschlands mit Treibstoffen führen sollen.

Öl im Dienste der Sowjetwirtschaft

Die synthetische Treibstoffproduktion Deutschlands erreichte 1944 annähernd 7 Mill. t, womit 50 v. H. des Kriegsbedarfs gedeckt werden konnten; die übrigen 50 v.

Reizvoller Markt

Die besonderen Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegsjahre haben in Südafrika eine erhebliche Veränderung der Wirtschaftsstruktur und damit der Marktverhältnisse bewirkt.

„Unsichtbare“ Besatzungskosten

Trotz weitgehender Freigaben durch die Besatzungsmächte sind in den Westzonen noch in erheblichem Umfang Häuser, Wohnungen, industrielle Anlagen und Betriebe, Hotels oder Lagerhäuser für Besatzungszwecke beschlagnahmt.

Arbeit, die ungetan bleibt

Es ist nicht oft vorgekommen, daß der Frankfurter Wirtschaftsrat ein Gesetz einstimmig angenommen hat – noch seltener aber war es, daß ein solcher einstimmiger Beschluß dann von den Besatzungsmächten verworfen worden ist.

Zu wenig deutscher Schrott?

Die Lage der westdeutschen Schrottwirtschaft hat sich in der letzten Zeit erheblich angespannt. Man rechnet sogar damit, daß vom Frühjahr 1951 ab Schrotteinfuhren zur Deckung des westdeutschen Bedarfs notwendig sein werden und daß bei der Festsetzung der Schrottausfuhrquoten eine gewisse Zurückhaltung beobachtet werden müsse.

Kurz berichtet: 5 Frühjahrsmessen

Leipzig, Mitte März Als vorläufiges Ergebnis der Leipziger Frühjahrsmesse sind Verkaufsverträge für 75,94 Mill. Ostmark bekanntgeworden, eingeschlossen die Abschlüsse mit Westdeutschland im Rahmen des Interzonen-Abkommens mit 30,16 Mill.

Wohin mit dem Aufsichtsamt?

Dem Bundestag liegt ein Antrag vor, er solleein einheitliches Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen schaffen. Bevor auch nur der Ansatz zu einer Entscheidung der Legislative sichtbar ist, entbrennt das Tauziehen um den künftigen Sitz des mutmaßlich entstehenden Amtes.

Das Leben verschönt

Wenn man nicht nur die Mannequins, sondern das Publikum auf den Modeschauen betrachtet – in Hamburg finden augenblicklich wöchentlich zwei und mehr statt –, so kann man sehen, daß es auch in Deutschland noch Kreise gibt, die sich teure Modellkleider leisten können.

Reisenotizen

Die Luftstrecke Hamburg–New York wird von den American Overseas Airlines jetzt zweimal wöchentlich beflogen. Die Stratosphärenkreuzer legen die Route über den Atlantik zwischen New York und Shannon (Westirland) ohne Zwischenlandung zurück.

Sie entdeckte Kometen

Als am 16. März 1750 Caroline Herschel als Tochter eines mager besoldeten Regimentsmusikus zu Hannover geboren wurde, konnte niemand ahnen, daß mit ihr der hervorragendste weibliche Astronom das Licht der Welt erblickt hatte; denn die „Herschels“ waren zwar im Reich der Töne zu Hause, aber in die Welt der Sterne war noch keiner von ihnen vorgedrungen.

Sowjetischer Kindermund

In Wien, wo man mit den sowjetischen Befreiem nicht weniger Ärger hat als in Berlin, freut man sich um so mehr, wenn es durch die vielfältigen Beziehungen, die dort noch mit den Satellitenländern: bestehen, gelingt, ab und zu einen Sowjetwitz zu erhaschen.

Unsere Jungen sollen kochen lernen

Wenigstens das „Pfadfinderkochbuch“ sollen seine Schüler bis zur Reifeprüfung beherrschen, verlangt der Direktor der Public School 26 in New York von seinen Jungen.

Die Flieger von Oberstdorf

Obwohl ein Sportler vom Range Sepp Weilers mit der Schalmei das Signal zum ersten Sprung geblasen hatte (der Text zu der Melodie lautete: „Laßt die Kühe raus“) und obwohl ein Priester vor der Eröffnung der Schanze den kirchlichen Segen erteilte, sind sich die Sportler in aller Welt noch nicht darüber einig, ob die neue Oberndorfer Mammutsprungschanze ein sportliches oder ein auf Sensation und Massenanziehung hin gebautes Ereignis ist.

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