Schanghai, dieser sagenumwobene Name, der abenteuerliche Erinnerungen an Filmsensationen weckt und die Vprstellung weltweiter internationaler Geschäftsunternehmungen, bedeutet. für neunzehn Deutsche, die seit drei Jahren in der Festung Landsberg sitzen, auf ganz unromantische Weise das Schicksal ihres Lebens: sie wurden in dem sogenannten Schanghai Prozeß zu insgesamt 258 Jahren Zuchthaus verurteilt. Es gibt nur wenige, die etwas wissen von diesem Prozeß, den ein amerikanisches Gericht im Herbst 1946 in Schanghai geführt hat und über dessen bisher stets abgelehnte Reyisions möglkhkeit das neu errichtete Modification April wird außerdem der Supreme Court der Vereinigten Staaten entscheiden, ob der Habeäs werden kann. Noch einmal also Hoffnung für die Verurteilten jenes Schanghai Prozesses, von dem Judge Pitchford in seinem 1948 für die achten gesagt hat: "Das Gericht war nicht zuständig, und der Tatbestand einer strafbaren Handlung war bei keinem der Verurteilten "gegeben "" Wieso gab es in Schanghai deutsche Kriegsverbrecher? Es gab isi Schanghai während des Krieges eine Stelle der A bwehrabteilung des OKW, die von einem Oberstleutnant Ehrhardt geleitet wurde und der zwei Nebenstellen in Peking und Kanton unterstanden. Bei den Begriffen Abwehr und Schanghai bilden sich unwillkürlich Assoziationen von Spionageaffären and geheimnisvollen Transaktionen, doch ist die Tätigkeit des sogenannten Büros Ehrhardt während des Krieges auch von dem amerikanischen Gericht als völkerrechtlich einwandfrei anerkannt worden. Aber, so sagte die Anklage, jede A sdehnung dieser Tätigkeit über den Tag der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 hinaus, bedeutete eine Verletzung des Waffenstillstandes. In der Tat hatten in der- Nebenstelle Kanton, die in Bürogemeinschaft mit uen Japanern arbeitete, der Leiter und zwei Funker ihre Tätigkeit bis zur japanischen Kapitulation im August fortgesetzt, während alle in Schanghai und Peking Beschäftigten demobilisiert hatten. Zwar bestimmt die Haager La dk ierdn Tg au d jieklich, d?1S aic Btvolkeiuru, > ie- i Kr ege mjltausch bescizm Geo ue e pfl vei, ich den Anoidnmjgci dei Bessi s cit — in l eem FitJ de Jiuauei — i f ci K" e" st volkeuechtluh selbvt r t? "alw chii ie Kap ubtion tcts mu Gniti keit hat tu Geb ft die der K"apitulie eot die orttmile l at Son t are auch Geneial ce Gaulle, i fvut s. erbxeJiei und desgleichen waren s s<iitl viie italienischen Soldaten, die nach der Kapitulai onBadoglios auf nicht italienischem Boden weiterkämpften. Aber die vier amerikanischen Offiziere, die in diesem Prozeß Richter waren, und von denen nur der Rangjüngste, ein Hauptmarin, juristische Erfahrungen hatte, dächten offenbar anders. Vielleicht blieb ihnen auch nichts anderes übrig, denn die Amerikaner hatten damals beschlossen, einen groß aufgezogenen politischen Prozeß durchzuführen, um das deutsche Prestige in China zu zerstören.

Es begann mit einer ausgedehnten Hetzpropaganda in der Presse. In einem privaten Prozeß vor einem chinesischen Gericht mußte der USHauptankläger Jeremiah OCönnor später zugeben, daß die zum Teil nachweislich falschen Informationen aus seinem Büro stammten. Ganz deutlich aber wurde der politische Zweck des Schanghai Prozesses, als im vorigen Jahr bei den Verhandlungen vor dem Appeliationsgericht in Washington der Wortlaut des Telegramms bekannt wurde, mit dem die War Cri~ae Behörde in Schanghai von Washington die Ermächtigung, für den Prozeß erbeten hatte: "Weil die örtliche politische Lage einen Prozeß vor einem amerikanischen Militärgericht geboten sein läßt Es war an sich überhaupt höchst ungewöhnlich, daß in der souveränen Chinesischen Republik, in der sämtliche amerikanischen Truppen dem Oberbefehl Tschiarugkaischeks unterstanden, ein amerikanisches Gericht für angebliche deutsche Kriegsverbrecher zuständig sein sollte. Zumal laut Londoner Abkommen vom 8. August 1945 den befreiten Ländern, ausdrücklich die Jurisdiktion über die Kriegsverbrecher zugesprochen worden war.

Aber wie gesagt, die damalige Lage ließ einen politischen Prozeß opportun erscheinen, und wer weiß, ob die chinesische Regierung bereit gewesen wäre, einen solchen durchzuführen. Um einen groß aufgezogenen Prozeß zu führen, genügten aber die drei Angestellten des Kantoner Büros nicht. Darum wurden ihre Kollegen aus Schanghai und Peking, der deutsche Botschafter und Mitglieder der Konsulate, gleich mitangeklagt, weil sie die Tätigkeit jener drei Kan torier gefördert oder mindestens geduldet hätten. Der Prozeß begann mit 27 Angeklagten am 1. August 1946, Nach Abschluß der Beweisaufnahme wurden sechs Angeklagte, darunter der Botschafter, mangels Anklagematerials freigesprochen, allerdings nicht freigelassen: sie verblieben weiter in Haft, wurden Ende Februar 1947 zusammen mit den Verurteilten nach Landsberg gebracht und verbrachten weitere vier Monate im Gefängnis in Dachau — ebenso grundlos wie die Sekretärin der Verteidigung, die ohne Verfahren und ohne Anlaß mit eingesperrt wurde Nach dem Freispruch der sechs Angeklagten änderte sich die bis dahin faire Atmosphäre der Gerichtsverhandlung grundlegend. Die Verteidigung wurde ostentativ benachteiligt, und als schließlich ein Zeuge der Verteidigung beim Verlassen des Gerichtes verhaftet wurde, legten die beiden Zivilverteidiger, ein Chinese und ein Franose, aus Protest ihre Mandate nieder. Mithin blieben für die 21 Angeklagten nur zwei Offizialverteidiger übrig, von denen der eine noch nie in einem Strafprozeß mitgewirkt hatte. Beide waren so überzeugt, daß sämtliche An geklagten freigesprochen werden müßten, daß eiö 1"11 I it e,