Von Hellmuth Holthaus

Der Staatsbürger Kappes schüttelte den Kopf, stieg aus und besah sich sein Auto von allen Seiten. Es war sehr schön und teuer, aber es fuhr nicht! Kappes konnte es nicht begreifen, und er machte sich an eine systematische Untersuchung. Er untersuchte Zündkerzen, Benzinleitung, Bremsen und Batterie, aber es war alles in Ordnung, und er mußte sein Kopfschütteln fortsetzen. Als er unter dem Wagen lag, gesellten sich weitere Staatsbürger hinzu und steckten ihre Köpfe unter die Motorhaube. Einer setzte sich ans Steuer, fingerte am Armaturenbrett, Schalt- und Gashebel herum und machte ein dummes Gesicht. Das Auto stand unbeweglich und schwieg. Selbst die Hupe schien tot zu sein. Es war allen ein Rätsel.

Einer sagte: „Vielleicht hat er nicht getankt?“ Kappes kam unter dem Wagen hervor und lachte ärgerlich. „Sehen Sie nach!“ sagte er. Und wirklich, der Tank war voll bis obenhin.

Ein Ingenieur kam des Weges, ein richtiger Fachmann. Er stellte sein Wissen zur Verfügung, ging sehr gründlich zu Werke, aber auch er konnte den Fehler nicht finden.

Kappes schloß die Motorhaube, steckte sich eine Zigarre an und sagte: „Ich weiß mir keinen Rat mehr. Auch die übrigen Männer brachen die Beratungen und das Nachdenken als nutzlos ab. In diesem Augenblick erschien der Staatsbürger Zöbbel, und dieser sah den Fehler sofort.

„Haha“, lachte er laut, „er hat ja keine Nummernschilder.“ Tatsächlich, das Auto hatte keine Nummernschilder.

„Meine Herren!“ spottete Staatsbürger Zöbbel. Die Männer schwiegen beschämt und schlugen sich vor den Kopf. Wie hatten sie diesen Fehler nur übersehen können? An alles hatten sie gedacht, nur an das Einfachste nicht. Als ob man ohne Nummernschilder fahren könnte! Eher läuft ein Wagen ohne Benzin als ohne Nummernschilder. Selbst wenn er wollte, er könnte einfach nicht!

Staatsbürger Kappes schüttelte wieder den Kopf, diesmal aber über sich selbst. Dann beantragte er zwei schöne Nummernschilder, befestigte sie vorschriftsmäßig und fuhr davon.