Amerikas Außenminister, Dean Acheson, umriß in zwei programmatischen Reden den Kurs der USA-Außenpolitik. In San Franzisko erklärte er, die USA seien entschlossen, dem kommunistischen Vordringen in Ostasien Einhalt zu gebieten. Einen Tag später schlug er ein Sieben-Punkte-Programm zur Sicherung des Weltfriedens vor, dessen Erfüllung durch die Sowjets die Vorbedingung für jedes ost-westliche Abkommen sei.

Amerikas Hoher Kommissar John J. McCloy wiederholte in Berlin seinen Vorschlag zur Abhaltung freier Wahlen in ganz Deutschland. Er berief sich hierbei ausdrücklich auf die Billigung dieses Planes durch den amerikanischen Außenminister Acheson, und forderte die Bundesregierung nochmals auf, diesbezügliche Verhandlungen mit der sowjetzonalen Regierung zu beginnen.

Diplomatische Kreise in Washington sind der Ansicht, daß eine neue sowjetische Friedensoffensive in Vorbereitung ist. Für Moskau sei im Augenblick die Austragung des Kampfes zwischen Stalinismus und nationalem Kommunismus vordringlich. Man nimmt an, daß die Russen daher nichts Geringeres wollen als eine Aufteilung der Welt in östliche und westliche Einflußsphären.

Der Sonderbotschafter Präsident Trumans, Professor Jessup, traf in den USA ein, um sich vor einem Senatsausschuß wegen der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen, er sei kommunistenfreundlich, zu verantworten.

Der ehemalige USA-Außenminister, Marshall, lehnte eine Veröffentlichung seiner Memoiren mit der Begründung ab, sie seien für die Geschichte wertlos, wenn sie nicht die volle Wahrheit enthielten. Wenn er aber die volle Wahrheit veröffentlichen würde, so könne ein nicht wieder gutzumachender Schaden für den Ruf und für die Laufbahn einiger noch lebender Personen entstehen.

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Vizeadmiral Barkey, der Befehlshaber der 7. USA-Flotte, hat sich mit Einheiten seiner Streitkräfte nach Saigon begeben, um der Regierung Bao Dais einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Seine Schiffe wurden von Truppen des kommunistischen Rebellen Ho Chi Minh mit Granatwerfern und schweren Maschinengewehren beschossen.