Senator Harmssen

Bremens Senator für Wirtschaftsforschung und Außenhandel, G. W. Harmssen, ein vielseitiger Wirtschaftspolitiker, beging seinen 60. Geburtstag. Dieser Mann der Praxis hat schon immer den Blick für das Wesentliche besessen. Nie übersah er, daß für die Gestaltung der Wirtschaft, betrieblich- wie allgemein und innen wie außen, die Erkenntnisse der Wirtschaftsforschung ein nicht zu entbehrendes Rüstzeug sind. Es ist seiner Initiative zu verdanken, daß mit Hilfe seines „Handwerkszeugs“ (des „Bremer Ausschusses für Wirtschaftsforschung“) umfassende. Untersuchungen über die deutsche Wirtschaftsstruktur, über Probleme der Reparationen und der Demontage, Fragen des Außenwerts unserer Währung und über allgemeine Tendenzen im Außenhandel entstanden sind. Sein Urteil ist von Gewicht, wenn er den Vorsitz im Wirtschaftsausschuß des Deutschen Bundesrats innehat, oder wenn er sich im Außenhandelsbeirat und im Arbeitsusschuß „Geld und Kredit“ äußert.

Das Bild wäre unvollständig, wenn man nicht des Senators in seiner Eigenschaft als Leiter eines großen Industrieunternehmens gedächte. Er ist kaufmännisch erfolgreich, beliebt und tritt stets für seine Mitarbeiter ein, unter einer Bedingung: Leistung. –c–

Präsident Bernard

Am 8. April wird Karl Bernärd, Präsident des Zentralbankrats, 60 Jahre alt. Aus einer Hugenottenfamilie stammend, führte ihn sein Lebensweg auf einen Platz, für den neben der Berufserfahrung die Klarheit der Erkenntnis und überdurchschnittliches Verhandlungsgeschick entscheidende Voraussetzungen seines Erfolges waren.

Humanistisches Gymnasium und Studium der Rechts- und Staatswissenschaft in Freiburg, Paris, München, Berlin und Halle sind die Bildungsstationen und die geistige Sphäre, aus der heraus Karl Bernard die Verwaltungslaufbahn einschlug, die ihn über das Reichswirtschaftsamt an das Reichswirtschaftsgericht und 1929 in das Reichswirtschaftsministerium führte. In dieser Stellung ist er nicht nur als Generalreferent für die Reform des Aktienrechts hervorgetreten, sondern hat sich auch die Erfahrungen aneignen können, die bei der Schaffung der D-Mark zur Geltung kamen und jetzt bei der Diskussion über ein neues Bundesbankgesetz.

Es entspricht dem Gemeinschaftscharakter des Zentralbankrates, daß der Name seines Präsidenten weniger an das Licht der Öffentlichkeit tritt. Aber die Schaffung unserer Währung – aus dem Nichts heraus – und ihre Anerkennung im In- und Ausland ist nicht zuletzt auch einem Zentralbankrats-Präsidenten zu danken, der es verstanden hat und versteht, Theorie und Praxis zu lenken und in Zusammenarbeit mit dem Direktorium der BdL und den Mitgliedern des Zentralbankrates das Gesicht der deutschen Geld-, Kredit- und Währungspolitik zu profilieren. L.