Professor Dr. Rudolf Laun, der international bekannte Ordinarius für Staats- und Völkerrecht an der Universität Hamburg, wurde am 1. April emeritiert, weil er die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hat. Damit ist er jedoch lediglich von der Prüfungs- und Verwaltungsarbeit entbunden und kann weiterhin Vorlesungen an der Universität halten. Laun, der seit Gründung der Universität im Jahre 1919 dem Lehrkörper angehört, bekleidete mehrfach – zuletzt 1947 – die Rektorwürde. – Der Vertrag des Gastprofessors an der Hamburger Universität, Pascual Jordan, ist, nachdem die Studentenschaft eine Petition an den Senat gerichtet hatte, um ein halbes Jahr verlängert worden. (Siehe „Die Zeit“ vom 23. März 1950.)

Der japanische Evangelist und Sozialpolitiken Doktor Toyohiko Kagawa hat in Köln mit einr Vortragsreise durch Deutschland begonnen. Er wurde am 5. April vom Bundespräsidenten Professor Dr. Heuss empfangen und wird in der Frankfurter Paulskirche und auch in der Hamburger Petrikirche sprechen.

Eine Ausstellung, die in den Tuilerien zu Paris eröffnet wurde, zeigt unter dem Titel Les primitifs allemands siebzig wertvolle Gemälde deutscher Meister des 14. und 15. Jahrhunderts. – Für das kommende Jahr ist in den USA erneut eine Wanderausstellung deutscher Meisterwerke der Malerei geplant, deren Reinertrag für den Wiederaufbau zerstörter Museen in der Bundesrepublik verwandt werden soll.

Der englische Schriftsteller Graham Greene, bekannt geworden durch seine Romane „Die Kraft und die Herrlichkeit“ und „Der dritte Mann“ die beide verfilmt wurden, will einen neuen Film über die menschlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse an der Zonengrenze mit deutschen und ausländischen Schauspielern in der Nähe von Goslar drehen.

Die deutsche Erstaufführung der Operette von Oskar Straus „Ihr erster Walzer“ wurde in der Münchener Staatsoperette am Gärtnerplatz ein großer Erfolg für den achtzigjährigen Komponisten, der mit seinem neuesten Werk eine Parodie auf die Operette schrieb.

Gegen den Geiger Yehudi Menuhin haben israelitische Organisationen einen Boykott proklamiert, weil er nach dem Kriege in Deutschland gastiert hat. Menuhin tritt gegenwärtig in Paris auf.

In Mannheim wurde in der Galerie Rudolf Probst eine Oskar-Schlemmer-Gedächtnisausstellung eröffnet, die Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen des 1943 verstorbenen Malers zeigt.

In Berlin soll Ende Juni ein Kongreß für kulturelle Freiheit stattfinden. Dem Berliner Organisationskomitee, dessen Generalsekretär der Herausgeber der Zeitschrift „Der Monat“, Melvin 1. Lasky ist, gehören Oberbürgermeister Professor Reuter, der Rektor der Freien Universität Professor Dr. Redslob und der Direktor der Hochschule für Politik Dr. Suhr an.