Zu den bisher in Österreich vorhandenen Kunstpreisen – den Preisen der Stadt Wien für alle Gebiete des Kunstschaffens und der Volksbildung und dem vom österreichischen Industriellenverband kürzlich gestifteten Preis zur Förderung der bildenden Kunst – sind nun die österreichischen Staatspreise getreten, die in diesem Jahr erstmals verliehen werden. Es wurden für Literatur, Musik und bildende Kunst je zwei Preise ausgesetzt: ein Würdigungspreis (für ein bisher vorliegendes Gesamtwerk) in Höhe von öS 10 000,– und ein Förderungspreis (für eine einzelne künstlerische Leistung) in Höhe von je öS 5000,–. Der Würdigungspreis zeichnet Künstler aus, die „durch mehrere hinsichtlich ihrer Form und ihres Gehalts hervorragende Werke das österreichische Kulturgut bereichert haben.“ Er kann nur ungeteilt und einem Künstler nur einmal verliehen werden, schließt jedoch eine Bewerbung um einen Förderungspreis nach Ablauf von fünf Jahren nicht aus. Um allen Zweigen künstlerischen Schaffens die Möglichkeit einer Auszeichnung zu geben, wird der Förderungspreis im vierjährigen Turnus auf folgenden Teilgebieten vergeben: 1950 für Lyrik, instrumentale Kammermusik, Malerei und Graphik (zwei Preise); 1951 für Drama, Oper und Plastik; 1952 für Roman, Symphonische Musik, Messe und Oratorium (zwei Preise) sowie für Architektur; 1953 für Novelle, Vokalmusik und angewandte Kunst. Die Bewertung um einen Förderungspreis schließt die Zuerkennung eines Würdigungspreises nicht aus, eine gleichzeitige Verleihung ist jedoch ausgeschlossen. Die Preise werden vom österreichischen Unterrichtsminister auf Vorschlag einer von ihm ernannten Jury verliehen, und zwar nur an österreichische Staatsbürger, die ihren ständigen Wohnsitz in Österreich haben. H. R.