Im Sommer des letzten Jahres haben vier der maßgebenden bayrischen Holzbauunternehmungen in Italien eine Ausstellung mit ihren Erzeugnissen beschickt. Sie hofften, daß sich die Italiener im Hinblick auf das Heilige Jahr für schnell aufschlagbare Holzhäuser, wie sie von den deutschen Firmen gezeigt wurden, interessieren, Anfang November kam dann trotz schärfster schwedischer Konkurrenz zwischen deutschen Unternehmern und italienischen Kaufleuten ein Abschluß auf Lieferung von Fertighäusern nach Rom im Werte von 1 Mill $ zustande. Da Holzhäuser im Handelsvertrag mit Italien nicht aufgeführt sind, mußte ein Zusatzvertrag geschlossen werden.

Das Inkrafttreten des Vertrages wurde davon abhängig gemacht, daß bis spätestens zum 31. DeRegierung ihre Genehmigung zum Abschluß dieses Geschäftes erteilen, um die Aufstellung der Häuser für das Heilige Jahr noch termingemäß durchführen zu können. Während dieitalienische Regierung das Abkommen sofort annahm und bestätigte, glaubte die deutsche Bundesregierung Zeit haben zu können. Der 31. Dezember 1949 kam, die deutsche Bestätigung stand noch aus. Nach erneuten Unterredungen erklärte sich der Auftraggeber schließlich bereit, den Vertrag bis zum 7. Januar zu verlängern. Auch diese Tage vergingen. Als am 7. Januar die Bestätigung der westdeutschen Regierung immer noch nicht voxlag, zogen die Italiener den Auftrag zurück. Die Lieferang der Holzhäuser wurde schwedischen Firmen übertragen.

Damit hat die westdeutsche Wirtschaft wieder einmal ein Exportgeschäft eingebüßt. Wessen Schuld war es? Die Bundesminister Erhard und Niklas haben ebenso wie der bayrische Wirtschaftsminister Dr. Seidel dieses Zusatzabkommen befürwortet. Lediglich das Büro des Bundeskanzlers Adenauer glaubte mit der Bemerkung, daß wir- in Deutschland selbst genügend Bedarf an Häusern hätten, das Zusatzabkommen nicht rechtzeitig akzeptieren zu können. Inzwischen allerdings ist — leider zu spät — auch die Zustimmung dieses Büros eingetroffen. Sicher hatte man sich davon überzeugt, daß Holzhäuser bei uns nur schlecht absetzbar und die deutschen Holzbauunternehmungen zum Teil ohne Beschäftigung sind. Wahrscheinlich hat man nun auch bedacht, daß die, Lieferung der deutschen Holzhäuser eine Bresche in die bisherige Lieferungsatrtorhät der Schweden geschlagen and damit gleichzeitig den Weg für weitere Lieferungen geebnet hätte. Der deutsche Export hat schließlich mit genug Hindernissen von außen zu kämpfen, Daß ihm auch noch die eigenen Regierungsstellen Schwierigkeiten bereiten, ist wirklich völlig überflüssig hbd.