Da fehlt noch etwas Geld, um den Neuaufbau der Oper einer Stadt zu finanzieren. Steuergelder verwenden, Anleihe aufnehmen, ein anderes Objekt verpfänden? Ganz anders: in den Bauzaun rund um die Oper baut man Ausstellungsvitrinen ein, veranlaßt Industrie und Handel (die aus Gründen der Werbung gern darauf eingehen), Ausstellungsstücke zur „Füllung“ zu geben, die nach sechs Wochen Schaustellung in einer Art Tombola – Einsatz 50 Pfennig – verlost werden. Natürlich gibt es dabei nicht wenige Nieten. Auch daran wurde gedacht: die Hälfte aller leer, also ohne Vitrinenstücke ausgehenden Lose hat eine zusätzliche Kennzeichnung. Alle Theater der Stadt nehmen diese „Nieten“ zum Nennwert in Zahlung. Man erhofft sich daraus einmal 300 000 DM zum Opernbau und zum zweiten einen verstärkten Theaterbesuch – zwei Fliegen mit einer Klappe, eine gute Idee. Nicht schlecht, Hannover!

W–n.