Wir müssen exportieren. Wie aber, wenn Ausfuhrwille und Auslandsauftrag vorhanden sind, der Exporteur jedoch das devisenbringende Objekt nicht finanzieren kann, weil – die „üblichen“ Sorgen! – die Liquidität fehlt, die Zeitspanne zwischen Produktion und Eingang des Rechnungsbetrages zu überbrücken? Wie besonders, wenn die Zeitspanne recht groß ist?

Der letzte Stand der Dinge ist der: die Bank deutscher Länder ist bereit, einen Rediskontkredit auf Solawechsel, bis zu 500 Mill. DM zur Verfügung zu stellen. Damit soll der Exporteur für den Zeitraum von der Herstellung des auszuführenden Erzeugnisses bis zum Eingang des Gegenwertes von Seiten des ausländischen Auftraggebers finanziert werden – wenn das Exportgeschäft durch eine Bundesgarantie (bei Geschäften mit privaten Firmen) oder eine Bundesbürgschaft (bei Geschäften, mit ausländischen Regierungen) gesichert ist – soweit es sich um langfristige (über zwei Jahre) Geschäfte handelt.

Zu unterscheiden ist also die Bürgschaft, die Garantie (mit höheren Versicherungsprämien als bei der Bürgschaft) und der Exportkredit. Unter welchen Voraussetzungen und wie erhält man ihn? Die Bank deutscher Länder ist sich mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau darin einig, daß keine Kreditwünsche befriedigt werden sollen, die darauf abzielen, die eigenen Anlagen des Exporteurs zu vergrößern oder zu erneuern, um auf diese Weise exportfähig zu werden. Da die Mittel knapp sind, will man in erster Linie diejenigen Bewerber berücksichtigen, deren Exporte vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus den größten Ertrag erbringen. Dabei sollen, bevor der Fonds der BdL in Anspruch genommen wird, alle anderen Formen der Kreditgestaltung abgetastet und ausgenutzt werden. Und nicht zuletzt, soll dieser BdL-Kredit nicht bereitstehen, um den deutschen Exporteuren die Möglichkeit’ zu geben, ihren Abnehmern zusätzlich langfristige Kredite zu gewähren. Man ist der Ansicht, daß die Exporteure strikt angehalten werden sollen, möglichst günstige Zahlungsbedingungen herauszuholen.

Und wie sieht nun der Weg aus? Die Kreditwünsche des Außenhändlers sollen zunächst seiner Hausbank vorgetragen werden. Diese wird prüfen, ob das Export vorhaben nicht auf einem anderen Weg finanziert werden kann. Sollte es einen solchen Weg nicht geben, dann wird die Hausbank nach gründlicher Prüfung des Antrags ihres Kunden sich an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KAW) wenden und bei dieser einen Kredit aus dem Fonds der BdL beantragen. Die KAW wird (mit der BdL) diesen Antrag bearbeiten und dann der Hausbank mitteilen, ob und in welcher Höhe der Kredit gewährt werden kann. Wird eine Summe zugesagt, so stellt der Exporteur Solawechsel in runden Abschnitten aus. Diese werden von der KAW und der Hausbank giriert, bei grundsätzlicher Laufzeit von drei Monaten. Sie werden aber bis zur Fälligkeit der Zahlung des ausländischen Auftraggebers prolongiert.

Wie sichert sich nun die KAW, die ja praktisch nur als „langfristiger Agent“ der BdL fungiert, gegen Risiken aus diesem Finanzierungsgeschäft? Sie gewährt, langfristige Kredite nur bei Garantie oder Bürgschaft des Bundes. Für diesen arbeiten als Mandatare „Hermes Kreditversicherungs-A.G., Hamburg“. und, „Deutsche Revisions- und Treuhand-A.G., Frankfurt“. Mit seinem Kreditantrag wird folglich der Exporteur zweckmäßigerweise einen Antrag auf Garantie (also für Privatgeschäfte) oder Bürgschaft (für Staatsgeschäfte) bei der federführenden „Hermes“ stellen. Sehen die Mandatare nach kaufmännischen Grundsätzen die Garantie- oder Bürgschaftsübernahme als sinnvoll an, dann wird in einer gemeinsamen Sitzung des Ausfuhrgarantieausschusses und KAW die gegenseitige Übereinstimmung festgestellt. Die KAW gewährt nun über die Hausbank den Exportkredit in Höhe des vom Bund durch Hermes übernommenen Risikos.

Und Dauer der Prozedur? Je nach „Fall“; wir haben den Eindruck, daß „Bürokratie“ weitgehend ausgeschaltet sein soll.

W-n.