Von Walter Dreesen

Aus dem Zyklus „Das große Meer“, in dem der Hamburger Graphiker und Dichter die Völker am Stillen Ozean nach ihrem gemeinsamen Lebensgefühl beschreibt. Die folgende Erzählung spielt unter Eingeborenen der Philippineninsel Leyte.

Hell und heiter leuchten die Abacawälder an den Berghängen, dunkel schimmern zwischen ihnen die Schattenbäume. Einfach und gleichförmig ist das Leben in den Dörfern, nur in der Brust des Menschen kann es auch Schatten geben.

Fände der Mensch Genügen an der Arbeit, der Schatten in seiner Brust müßte vergehen. Die Schößlinge zu pflanzen auf dem abgebrannten neuen Feld ist nicht schwer, desgleichen bedarf das Schlagen der ausgewachsenen Abacatriebe mit dem Bodo keiner großen Kraft.

Und der Mensch in den Abacawäldern leidet keinen Mangel.

Oloc aber trägt den Schatten in der Brust, der sich ausbreitet wie das Dunkel im untergehenden Mond.

Inite ist in dem Schatten.