André Glavimans, ein niederländischer Schriftsteller und Journalist, hielt sich kürzlich in Hamburg auf, um für seine Wochenschrift eine Reportage über den Wiederaufbau der Stadt und über die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse zu schreiben. Vor seiner Hamburgreise hatte er in diesem Jahre die Schweiz, Paris und Tanger besucht. Wir baten ihn, uns zu erzählen, was ihm in Hamburg am meisten aufgefallen ist.

Es fiel mir in Hamburg auf,

daß niemand die Russen zu fürchten scheint, obwohl sie nur vierzig Kilometer von der Stadt entfernt sind;

daß jedermann überzeugt scheint von der Notwendigkeit eines vereinigten Europas;

daß der Präsident des Senates und das Corps diplomatique einem Empfang zur Wiedereröffnung eines Hotels beiwohnen;

daß die uniformierten Engländer so kindlich jung aussehen und die nicht uniformierten alle reife Männer mit einem großen Verständnis für deutsche Probleme sind;

daß das Gemälde, das Gouverneur Dunlop von der Kunsthalle zur Belebung seines Arbeitszimmers geliehen wurde, genau so schlecht erhalten und unrestauriert ist wie das Gemälde, das im Jahre 1940 dem deutschen Stadtkommandanten vom Rotterdamer Boymans-Museum zur Verfügung gestellt wurde;