Sippenhaft. Brau Schappe aus Düsseldorf wurde von der Landesleitung der KPD in Nordrhein-Westfalen gezwungen, ihre Parteiämter niederzulegen. Sie darf fortan keine Mitgliederversammlung der KPD mehr besuchen. Denn ihr Mann, Josef Schappe, der ehemalige Chefredakteur des „Freien Volkes“ entpuppte sich kürzlich als „Titoist“. Und seine Frau hat es abgelehnt, sich von ihm scheiden zu lassen, wie die Partei es befahl.

Toto. Ein Hausbesitzer in Schwenning hatte seiner Frau eine Mark verweigert, um die sie gebeten hatte, um ihren Toto-Tipschein abliefern zu können. Nachdem sich herausstellte, daß auf den Schein der Frau 70 000 DM entfallen wären, kam es zu häuslichen Auseinandersetzungen, die mit dem Selbstmord des Mannes endeten.

Wiedergutmachung. Nach einer Berechnung der Prager Regierung haben die aus dem Sudetenland vertriebenen Deutschen Werte in Höhe von 19,44 Milliarden Dollar zurücklassen müssen. Das entspricht der Gesamtsumme der Marshall-Plan-Hilfe für Europa für den Zeitraum von vier Jahren.

Baisse. Das Heilige Jahr hat Rom nicht den erwarteten Besucherstrom gebracht. Monatlich werden nur etwa 30 000 Pilger gezählt, während man ursprünglich mit rund 1,5 Millionen Besucher im ganzen Jahr gerechnet hatte.

Arbeitslos. Nach dem letzten Bericht des bundesstaatlichen statistischen Amtes in Washington sind von den 61 637 000 Arbeitern in den Vereinigten Staaten gegenwärtig 4 684 000 arbeitslos.

Antiamerikanisch. Das Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses bewilligte 350 000 Dollar für die diesjährige Tätigkeit seines „Komitees gegen antiamerikanische Umtriebe“. Der Vorsitzende des Komitees erklärte, daß nunmehr mit der Einrichtung einer Kartei begonnen werde, die die Namen von einer Million führender Mitglieder der NSDAP und der Kommunistischen Partei in der ganzen Welt enthalten soll.