Bundeskanzler Dr. Adenauer stattete Berlin seinen ersten Staatsbesuch ab. „Das Schicksal Berlins und der Sowjetzone ist das Schicksal der Bundesrepublik“, erklärte er. Der Ältestenrat des Westberliner Stadtparlaments beschloß, das „Kaiserallee“ in Berlin-Wilmersdorf in „Bundesalles“ umzubenennen.

Die Alliierte Hohe Kommission nahm gegen die Stimme Frankreichs eine Neufassung des Gesetzes Nr. 75 über die Neuordnung der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie in Westdeutschland an, Frankreich wollte der deutschen Regierung nicht das Recht zur Bestimmung der Eigentumsverhältnisse zubilligen.

Im Prozeß gegen Veit Harlan kam es vor einem Gericht in Hamburg zu antisemitischen Demonstrationen. Die Polizei mußte einschreiten. In Dransfeld bei Göttingen wurden auf dem jüdischen Friedhof 15 Grabsteine umgestoßen. Der jüdische Weltkongreß stellte in einer dem amerikanischen Außenministerium zugeleiteten Denkschrift fest, die Bildung der deutschen Bundesregierung habe ein Wiederaufleben des Nationalismus, des Antisemitismus und einer den Alliierten feindlichen Haltung zur Folge gehabt. Bundeskanzler Dr. Adenauer stellte im Namen des deutschen Volkes zu den Vorfällen fest, er bedaure auf tiefste, daß sich in Deutschland immer noch – wenn auch nur wenige – Leute fänden, die sich in so beschämender Weise gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern verhielten.

Der „Stahlhelm“ wurde von dem Vorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei, Gottsleben, als Frontkämpferbund neugegründet. Ein Sprecher der britischen Hohen Kommission teilte mit, daß man diese Vereinigung verbieten werde, falls sie sich als militärisch herausstellen würde.

Unter Führung des CDU-Abgeordneten Dr. Bucerius flog eine fünfzehnköpfige Delegation des Bundestages nach den USA, um dort demokratische Einrichtungen zu studieren.

Der ostzonale Staatspräsident Wilhelm Pieck flog in einem sowjetischen Flugzeug zur Erholung nach Moskau ab. Ministerpräsident Grotewohl und Walter Ulbricht haben solche Kuraufenthalte bereits hinter sich.

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