Ladislaus Fodor, in gebürtiger Ungar, setzte das Mysterium der Auferstehung Christi in die Problematik der Gegenwart einl Vor einem Gericht hat sich der Gärtner Yahuda Jacobson zu verantworten. Er wird beschuldigt, den Leichnam Christi aus dem Grab gestohlen zu haben, m die Legende von der Auferstehung des Fleisches zu nähren. Der Staatsanwalt, ein ralianaler, sachlich nüchterner Typ, lehnt jede übersinnliche Erklärung ab und versucht durch Kreuzverhöre mit einer Reihe von Zeugen den Nachweis des Leichenraubs zu erbringe. Der Verteidiger stellt der Vernunft des Staatsaswaltes die Wirklichkeit des Glaubens gegenüber, verkörpert in den Gestalten der Susanna von Kanaan, der Maria Magdalena und des SimonPetrus. Zum Angelpunkt der Verhandlung wird die Gestalt des Sauf v oji Tarsus, der, auf dem Weg nach Damaskus zum Paulus geworden, seine AÄsage wider Christus zurücknimmt und Für di. Wirklichkeit des Wiederauferstandenen ztugt Durch den frappanten dramaturgischen Einfall, den historisch mystischen Vorgang vor das urteilende Forum unserer Zeit z bringen, hat Fodor eine dialektische Spannung erreicht, die den Zuschauer erregt und ihn gleichsam in das Geschehen aktiv einbezieht (Dem Publikum wird die passive und stumme Rolle der Geichworenen zugewiesen. Am Schluß der Beweisführung ruft der Richter jeden einzelnen zur eigenen Entscheidung auf ) Die Gestalten des Spiels aber feben" der dramatischen Handlung und der ialektischen Auseinandersetzung den notveodi i gen menschlichen Unterbau.

In der Inszenierung Fritz Rlmonds im Kleinen Theater im Zoo war die Kernfrage des Stückes! Ratio oder seelische Wirklichkeit, Hirn oder Herz scharf umrissen. Der Kampf zwischen Staatsanwalt und Verteidiger, von den Schau Spielern Thomas Fabian und Richard Münch trefflich interpretiert, gab das Generalthema der Aufführung, in das die prägnant, knapp und typisch charakterisierten Chargen der Zeugen einklagen. Durch ein Zusammenspiel von seltener Intensität und dramarischer Spannkraft gewann die geistige Fragestellung plötzlich existentielle, LTnmittelbarkeit, Es ist erstaunlich, daß gefad ein Privattheater in dieser schwierigen Wirtschaft liehen Lage derart erregendes Theater zustande bringt tust Scheu und Ernst Nebhut haben mit de? tierischen Ernstes unserer Zeit geschlagen, Mi Charmei Witz und Ironie haben sie eine Anekdote aus dem Leben Louis Napoleons (als er noch Präsident von Frankreich war) erzählt. Die Handlung — rm Mittelpunkt der Zylinder des Bonaparte — ist dramaturgisch geschickt gefügt, d: Musik von Just Scheu, obwohl nicht besonders originell, spritzig und eingängig. Gegenstard de Ironie ist die sogenannte politische Größe". Louis Napoleon wird — allerdings keineswegs herabm ndernd oder gehässig — menschlich allzumetischlich in allen Gangarten vorgefühlt. Er beweist, selbst beim Anhören des auf ihn gedichteten Spottliedes, Noblesse und hat ein Herz, das der Liebe der reifen, klugen und sehr überlegenen Eugenie durchaus wen ist. Das Ganze schließt! mit der sinnigen Sentenz: auch Napoleon ist ein Mensch wie du! So harmlos sich diese musikalische Komödie auch gibt: sie wirkt. Richard Weichert, der Spielleiter, inszenierte das Stück fast behutsam aus der Mitte seines menschlichen Gehalts, Die Leute im Parkett wurden auf die liebenswürdigste Weise über Napoleon und — über sich aufgeklärt. Sie quittierten mit großer Heiterkeit, Die Schauspieler blühten unter der Hand des großen Regisseurs gleichsam auf, jöns Andersson vor allem schäumte über vor Spielfreude und Temperament, er riß afe Boubou das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hin,, Seine Chansons waren präzis und pointiert, dabei vital und ohne die heute üblichen Verzerrungen, Mit köstlicher Selhstironie zeigte sich Konrad Georg als Louis Napoleon; Anita May war eine sehr kluge, überlegene Eugenie. Der jubelnde Applaus galt nicht zuletzt auch Just Sehe, der mit Rudi Franz an zwei Flügeln seine Komposition eingängig interpretierte,