Ein Film fast ohne Menschen, ein Film für die Freunde der Natur. Tiere, von der selbsttätigen Kamera und Tonaufnahmegeräten auf einsamen Waldwiesen, in Baumkronen und an Küstenplätzen belauscht, spielen ihr Leben: Die heitere Fuchsfamilie vor dem Bau, Kormorane im Nest bei ihrer sonderbaren Fütterungstechnik, kleine, flinke Siebenschläfer, die geschickt wie Affen turnen, dramatische Hirsche in der Brunft, zischend balzende Auerhähne und die bedrängenden Scharen der ziehenden Gänse, Enten und Schwäne, die den Himmel verdunkeln und die Luft mit einer monotonen Symphonie pfeifender, singender, aufreizend klagender Töne erfüllen. Im Auftrage des Institutes für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (Produktionsgruppe Dr. Mohaupt) in Hamburg ist in zweijähriger Arbeit nach dem Kriege der erste abendfüllende deutsche Kulturfilm „Lied der Wildbahn. Belauschtes Leben in Wald, Moor und Heide“ entstanden, der mit großer Liebe den ganzen spezifisch deutschen Lyrismus des Waldes erweckt. Der Text des Sprechers tat dabei einiges zu viel; man hätte sich für diesen ausgiebigen Streifzug durch die Jahreszeiten eine sachlich erläuternde, jedenfalls aber einfachere Sprache gewünscht. (Die Brücke, Hamburg).

E. M.

Mit ihrem Streifen „Dreizehn unter einem Hut“ hat die Junge Filmunion ein Lustspiel geschaffen, in dem man wirklich lachen kann. Das Buch, das nach der Idee eines Constanze-Lesers geschrieben wurde, der den Preis dieser Zeitschrift für die beste Filmidee gewonnen hatte, hat zwar Mängel, weil die witzigen Situationen, in die eine Reisegesellschaft mit ihrem vorsintflutlichen Autobus gerät, etwas aneinandergereiht sind; es gibt aber bis zum lustigen Ende Gelegenheit zu schönster Situationskomik, die der Regisseur Rolf Meyer auch weidlich ausgenutzt hat. Daß die ungehemmte Fröhlichkeit dem Besucher sogar ein bißchen ans Herz geht, ist das Verdienst von Inge Landgut und Volker von Collande; das sind zwei Schauspieler mit so viel frischer Natürlichkeit, wie wir sie von Stars schon seit langem nicht mehr gewohnt waren. Zum ersten Male im Film sah man die Hamburger Schauspielerin Ruth Leeuwerik: eindrucksvoll und beherrscht in Geste und Ausdruck ist sie im dünn gesäten deutschen Filmnachwuchs wohl eine der wenigen Hoffnungen, P. H.