Akademiker. In der Bundesrepublik gibt es gegenwärtig 55 000 Ärzte gegenüber 45 000 im Jahre 1937. Dazu kommen 20 000 Medizinstudenten, so daß sich die Zahl der Ärzte demnächst auf etwa 70 000 erhöhen dürfte. Das würde bedeuten, daß wenigstens 15 000 von ihnen arbeitslos sein werden.

Tendenzen. Eine Umfrage auf den Standesämtern der Bundesrepublik ergab, daß Adolf und Veronika als Vornamen für Neugeborene fast nicht mehr gebräuchlich sind. Immerhin komme Adolf schon wieder etwas häufiger vor als in den letzten vier Jahren.

Magister. In verschiedenen bayrischen Universitäten wird erwogen, nach einem Studium von sechs bis acht Semestern, den Titel „Magister“ zu verleihen. Der Doktortitel soll nur nach längerem Spezialstudium vergeben werden.

Halbiert. Das polnische Hauptamt für Statistik gibt folgende Einwohnerzahlen deutscher Städte bekannt: Breslau: 302 312 (im Jahre 1939 etwa 629 600); Danzig: 175 986 (263 811); und Stettin: 175 043 (382 984).

Ungläubig. Ein sowjetischer Konsularbeamter aus New York wurde kürzlich in die Sowjetunion zurückberufen, obwohl er erst wenige Tage zuvor in Amerika angekommen war. In New York erzählt man sich, der Beamte habe einen der viele hundert Seiten dicken Kataloge des großen amerikanischen Versandhauses Sears Roebuck die ungefähr alles enthalten, was in den USA hergestellt und verkauft wird, bald nach seiner Ankunft gekauft und seiner Frau geschickt mit den Worten: „Sieh da, was wir in den nächsten Jahren noch alles erfinden werden.“

Vettern. Italien hat einen neuen Best-Seller, „La Peau“ von Curzio Malaparte. Das Buch behandelt die Befreiung Italiens. Auf die Frage eines amerikanischen Offiziers: „Welches ist denn der Unterschied zwischen euch Italienern und uns Amerikanern?“ läßt Malaparte im ersten Kapitel einen Italiener antworten: „Ihr Amerikaner kauft eure Feinde, während wir sie verlaufen.“ Den totalitären Staat definiert der Autor, dessen ersten Buch über die Technik des Staatsstreiches schon in den zwanziger Jahren Aufsehen erregte, mit den Worten: „Es ist ein Staat, wo alles, was nicht verboten ist, befohlen wird.“ Am Ende des Buches tritt Wyschinski auf. Er trifft einen neapolitanischen Gassenjungen und fragt ihn: „Wer wird den Krieg gewinnen?“ Darauf sagt der Knabe: „Die Engländer und die Italiener, weil die Engländer die Vettern der Amerikaner sind und die Italiener die Vettern der Franzosen.“ – „Und“, fragt Wyschinski weiter, „was hältst du von den Russen?“ – „Ach die armen Russen“, lautet die Antwort, „die werden den Krieg verlieren, denn sie sind die Vettern der Deutschen.“

Greise. Die amerikanische Zeitschrift US- – News hat eine Zusammenstellung des Alters der wichtigsten Staatsmänner der Welt veröffentlicht. Die Welt wird von Greisen regiert, das ist ihr Fazit. Stalin ist heute 70 Jahre alt, Churchill 75, Graf Sforza 77, Adenauer 73, Bevin 68 und Truman 66. Die zweitrangigen Diktatoren, Perón, Tito und Franco, seien zwar im Gegensatz dazu jung – nämlich alle in den Fünfzigern – jedoch erscheine es im Hinblick auf den gegenwärtigen Zustand der Welt fraglich, ob die Weisheit mit dem Alter Hand in Hand gehe,