R. K. N., Basel, im April

Die diesjährige Basler Mustermesse vom 15. bis zum 25. April übertraf mit 100 000 qm Ausstellungsraum und 2303 Ausstellern selbst noch die vorjährige Messe. Die größte Beteiligung zeigten die Gruppen Nahrungsmittel, Baubedarf, technischer Industriebedarf, Maschinen, Elektrizität, Hauswirtschaft, Bijouterie, Textilien und Papier.

Zwei Tendenzen sind es, die in dieser repräsentativen Schau der schweizerischen Industrie deutlich wurden: erstens der Drang nach Liberalisierung des Warenverkehrs, insbesondere nach einer Ausweitung des für die schweizerische Wirtschaft so wichtigen Handels mit Deutschland, das heute schon wieder der drittwichtigste Partner des Landes geworden ist; und zweitens die Tendenz zur Anpassung an die veränderte internationale Wirtschaftskonjunktur, die fortgesetzt die Annäherung an die Normallage bewirkt. Die Befürchtung, von dieser „Schrumpfung“ werde auch die Basler Messe nicht verschont bleiben, ist unbegründet gewesen; im Gegenteil! Die so deutliche Umbildung des Verkäufer- zum Käufermarkt, die Einschaltung der durch den Krieg betroffenen ausländischen Industrien, vor allem der deutschen, in das internationale Geschäft, und die dadurch verschärfte Konkurrenz mit ihrem Preisdruck und erhöhten Qualitätsansprüchen der Kundschaft hatte das Bedürfnis der schweizerischen Industrie verstärkt, die 34. Basler Mustermesse wieder zu der repräsentativen Leistungsschau des Landes zu machen. Daß die Zeiten vorbei sind, in denen der Schweizer Produzent dem unersättlich scheinenden europäischen Nachholbedarf seine Preise und – oft l6monatigen – Lieferfristen diktieren konnte, und daß sich die schweizerische Industrie gegenüber der internationalen nur noch durch knappste Kalkulation und höchste Qualitätsprodukte durchsetzen kann, hat das Land begriffen.

‚Daß Mustermessen keine Konjunkturen schaffen, aber höchst anschaulich die Konjunkturentwicklung zeigen, hat auch Basel bewiesen. Diese Schau stand nicht mehr unter dem Vorzeichen des leichten Verkaufs, sondern unter dem Imperativ der äußersten Anstrengung, und wenn trotz der rückläufigen Konjunktur die führenden Messekreise sich zu weiterem wirtschaftlichen Optimismus bekennen, dann nur deshalb, weil die schweizerische Industrie hier erneut gezeigt, hat, daß sie diese Anstrengungen nicht scheut.