Die diesjährige Kölner Möbelfachmesse vollzog sich zwischen der im Möbelgewerbe vorherrschenden Geschäftsstelle und einer gewissen (auch von Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard bei der Eröffnung unterstützten) Hoffnung auf Absatzbelebung. Dementsprechend war schließlich das Messegeschäft. Der starke Möbelbedarf tritt allerdings nicht immer und überall „marktwirksam“ in Erscheinung. Die Möbelindustrie erklärt, die Preisstellung für Möbel sei an der Grenze der Herstellungskosten angelangt, Möbel könnten daher kaum noch billiger werden. Minister Erhard meinte allerdings, es gäbe keinen „endgültigen Preis“ in der Wirtschaft.

Der Möbelgeschmack hat sich im Vergleich zum Vorjahr auch am zentralen Möbelmesseplatz Köln nicht wesentlich verändert. Von der Indüstrie wird erklärt, die Verbraucher bevorzugen nach wie vor die „runden Formen“, obgleich sie im allgemeinen nicht als besonders schön gelten. Daneben behaupten sich Möbel soliden Gebrauchscharakters und solche barocken und stark klassizistischen Gepräges. Die Größenmaße schwanken zwischen zeitgemäßen „Kleinzimmern“ und wirkungsvolleren Einrichtungen. Das Messegeschäft der rund 600 Aussteller war nicht einheitlich. Man hatte den Eindruck, als ob auch die Möbelwirtschaft stärkere Anstrengungen machte, nach einer gewissen Preiskonsolidierung das Stadium des Experimentierens an der Form allmählich in Richtung auf eine Normalisierung und Solidität des Geschmacks zu verlassen. Was allerdings „Seine Majestät der Käufer“ dazu sagen wird, ist noch nicht abzusehen. Dü.