Ein hessischer Regierungsbeamter, Ministerialrat Dr. Engler, hat kürzlich in Offenbach vor 1200 Betriebsräten gesprochen, um sie über ihre Aufgaben unter dem neuen Mitbestimmungsrecht aufzuklären. Er hat sie nicht nur auf ihre Verantvortung verwiesen, da die Gewerkschaften ja nur Hilfsstellung geben sollen, sondern auch deutlich unterstrichen, daß es an den Voraussetzungen für die Erfüllung einer solchen verantwortungsvollen Aufgabe noch sehr mangelt. Deshalb befürwortete er eine stärkere Einschaltung von Angestellten und Akademikern in die Betriebsratstätigkeit und die Errichtung staatlicher betriebsräteschulen.

In Hessen gibt es verfassungsmäßig Schulgeld- und Lehrmittelfreiheit. In der Praxis gibt es zu wenig Schulen und kein Geld für Lehrmittel. Wenn bei der jetzigen Einschulung 50 und mehr Kinder in eine Klasse gepfercht werden müssen, wenn das Geld für die Lehrmittel nur zur Hälfte bewilligt und den Schulleitern nur zu 15 v. H. angewiesen wird, so daß nur die Bedürftigen freie Lehrmittel erhalten, so zeigt das doch wohl, wo man anfangen sollte. Staatliche Betriebsräteschulen in allen Ehren, aber man fange doch bei den Kindern an, damit sie Später keine Betriebsräteschulen brauchen, lk.