Die drei Hohen Kommissare legten ihr Veto gegen das neue Einkommensteuer- und das Beamtengesetz der Bundesrepublik ein. Die Regierungsparteien äußerten ihre Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Einsprüche in deutsche Angelegenheiten. Die Lage wurde in Bonn als „außerordentlich ernst“ bezeichnet.

Die Rede Dr. Adenauers in (Berlin, in der er die Forderung auf Revision des Besatzungsstatuts erhob, und der anschließende Gesang der dritten Strophe des Deutschlandliedes wurden im Ausland zum Anlaß für scharfe Kommentare gegen die Bonner Regierung genommen. Die schwedische Zeitung Expressen brachte ein zweispaltiges Bild des Bundeskanzlers mit der Unterschrift: „Der Meistersinger von Berlin.“

Der Vorsitzende der SPD, Dr. Schumacher, forderte zur „Bereinigung der Verhältnisse an Haupt und Gliedern“ Neuwahlen im Bundesgebiet.

Die Leitungen der evangelischen Landeskirchen in der Sowjetzone richteten einen Hirtenbrief an die Gemeinden, in dem es unter anderem hieß, keine Staatsgewalt habe das Recht, jemandem eine Weltanschauung aufzunötigen, die seinem Glauben und seinem Gewissen widerspreche. Der Ministerpräsident der Sowjetzonenregierung, Otto Grotewohl, bezeichnete diese Kanzelabkündigung als „verfassungswidrig“. Das Berliner Stadtparlament richtete an die vier alliierten Stadtkommandanten die Forderung, in naher Zeit freie Wahlen in ganz Berlin abzuhalten. Die drei westlichen Stadtkommandanten stimmten diesem Antrag zu. Die sowjetische Antwort steht noch aus.

In Dessau begann der bisher größte Schauprozeß der Sowjetzone. Angeklagt sind der ehemalige Arbeitsminister von Sachsen-Anhalt, Dr. Herwegen, und acht weitere Personen wegen Unterstützung „verbrecherischer Bestrebungen des Monopolkapitals“. Ihnen wird die Verlagerung von Vermögenswerten der „Deutschen Continentalen Gasaktiengesellschaft“ nach Westdeutschland vorgeworfen.

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Präsident Truman erklärte, er glaube nacht an einen dritten Weltkrieg. Er sprach sich erneut für eine überparteiliche amerikanische Außenpolitik aus.