Seit fünf Jahren ist Hitler tot, doch am 20. April hätte er das ehrbare Alter von 61 Jahren erreicht, wenn nicht... Da es Leute gibt, die es nicht lassen können, den Führers-Geburtstag zu feiern, wollen wir uns wenigstens (schaden-) freuen, daß es diesmal keine Deutschen, sondern Dänen waren. 300 Mann – so trafen sie sich zu Kopenhagen in einem Lokal der Griffinfeldstraße, ließen sich den Badenweiler Marsch vorblasen und ganze Kapitel aus „Mein Kampf“ vorlesen, schrien „Heil“ nach alter Art, hörten eine kernige Rede und leisteten – total post festum – den „Treueid auf den geliebten Führer“. Gleichgültig, ob der „Führer“ im Himmel ist, an den er nicht glaubte, oder in der Hölle, die er leugnete –: sicherlich sang und schwor er im Geiste mit. Im übrigen läßt das Verhalten seiner dänischen Mannen an ein Wort des ehemaligen Gauleiters von Westfalen denken: der sagte nämlich damals angesichts der Tatsache, daß die Leute von Münster mehr ihrem Bischof Galen als Goebbels glaubten: „Die Westfalen sind langsam, aber treu. Wenn sie heute dem Bischof folgen, obwohl er bei all seinen Predigten nichts mehr zu sagen hat – wie werden sie Hitler folgen, wenn ihnen über seine Ziele erst ein Licht aufgegangen ist!“ Die Westfalen? Nein, die Dänen sind treu, die – 300 an der Zahl wie einst die Treuen von den Thermopylen – einem nicht mehr existierenden Manne Treue schworen! Es handelte sich dabei um eine Gefolgschaft, die einst dem dänischen SS-Freikorps angehörte. Sie haben begriffen, diese Männer! Ihnen ist das Licht aus dem Hakenkreuz aufgegangen! Seite an Seite mit den Deutschen haben sie ehedem die eigenen Landsleute kräftig unterdrückt und haben dabei gemerkt, daß das Unterdrücken angenehmer ist als das Unterdrücktwerden. Was Wunder, daß ihnen ein wehmütiges deutsches „Heil“ aus der Kehle quoll! Vom deutschen Schicksal aber haben sie ebensowenig verstanden wie jener legendäre Mann in deutscher Uniform, der von sich sagte: „Ich nix deitsch. Ich Woffen-SS...“ M.