Es war einmal ein Mann aus Ki, der machte sich Sorgen, wohin er nur flüchten könne, wenn Himmel und Erde einstürzten, und er vergaß darüber Schlafen und Essen. Und ein anderer Mann machte sich Sorgen über die Sorgen dieses Mannes, und er ging hin zu ihm und belehrte ihn:

„Der Himmel, das ist nur angesammelte Luft, und Luft gibt es überall. Wenn du dich bewegst und wenn du atmest, dann tust du das dein Leben lang immer nur mitten im Himmelsraum. Du brauchst dir also wirklich keine Sorge zu machen, daß er einstürzen könne!“

Der Mann sprach: „Du magst recht haben, aber was soll ich tun, wenn der Mond und die „Sonne und alle Gestirne herabfallen?“

Da belehrte ihn der andere wieder und sprach: „Der Mond, die Sonne und die Sterne, das ist auch nur angesammelte Luft, welche leuchtet. – Selbst wenn sie herunterfallen sollten, so können sie dir doch nichts tun!“

Und als der Mann sagte: „Wenn aber die Erde einfällt, was soll ich dann tun?“ – da belehrte der andere ihn wieder und sprach: „Die Erde, das ist nur eine Ansammlung von festen Stoffen; sie füllen alle Hohlräume aus und alles ist aus festen Stoffen. Wenn du auf der Erde gehst oder aufstampfst, so tust du das dein Leben lang immer nur auf der Erde. Du brauchst dir also wirklich keine Sorgen zu machen, daß sie einfallen könnte!“

Da war der Mann sehr erleichtert und freute sich sehr. Und auch der Mann, der ihn belehrt hatte, war sehr erleichtert und freute sich sehr.

Als der gelehrte Tschanglu das erfuhr, lachte er und sprach: „Der Regenbogen, Wolken und Nebel Regen und Wind und die vier Jahreszeiten: das alles ist doch konzentrierte Atmosphäre, und daraus setzt sich der Himmel zusammen. Die Felsen und Berge, Flüsse und Meere, Metall und Gestein, Feuer und Holz: das alles ist doch konzentrierte Materie, aus der sich die Erde zusammensetzt. Wenn man weiß, daß es sich hier um konzentrierte Atmosphäre und um konzentrierte Materie handelt, dann kann man doch nicht behaupten, sie würden nicht zerfallen. Himmel und Erde sind nur winzig kleine Teilchen im leeren Raum und doch die allergrößten in unserer Existenz. Natürlich sind sie uns unendlich und unerschöpflich, natürlich sind sie uns unermeßlich und unbegreiflich! – Aber es ist noch viel zu früh, sich schon Sorgen zu machen, daß sie einstürzen könnten, – obwohl man selbstverständlich wiederum nicht behauptet kann, daß sie niemals einstürzen würden. Himmel und Ende werben sicherlich einmal einstürzen und sich in ihre Bestandteile auflösen, – und wer zu der Zeit lebt, der hat allerdings Grund genug, sich Sorgen zu machen!“