DIE ZEIT

Synode in Berlin

Die Evangelische Kirche Deutschlands hat ihren Entschluß wahrgemacht und die dritte gesamtdeutsche Synode in der Höhle des Löwen abgehalten, im Ostsektor von Berlin.

Vetos gegen die Demokratie

Wie eine Doublette aus den Läufen einerDoppelflinte hat die Hohe Kommission gleich zwei deutsche Gesetze hintereinander abgeschossen: das vorläufige Beamtengesetz und die Novelle über die Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Führers Geburtstag

Seit fünf Jahren ist Hitler tot, doch am 20. April hätte er das ehrbare Alter von 61 Jahren erreicht, wenn nicht... Da es Leute gibt, die es nicht lassen können, den Führers-Geburtstag zu feiern, wollen wir uns wenigstens (schaden-) freuen, daß es diesmal keine Deutschen, sondern Dänen waren.

Planung über das ERP hinaus

Vier Partner aus dem Arbeitskreis der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute haben sich zusammengetan, um einen Beitrag zu der so oft angesprochenen, noch niemals aber gründlich untersuchten Frage zu liefern, was „am Tage danach“ erreicht sein kann, was dann noch zusätzlich geschehen muß: am Tage nach dem Auslaufen der Marshall-Plan-Hilfe also.

Von einem Fettnäpfchen ins andere

Eine Reihe von Vorfällen hat in den letzten Tagen dazu geführt, das Verhältnis zwischen der Deutschen Bundesrepublik und den Westmächten empfindlich zu stören.

Wer soll das bezahlen?

Unser Schmerzenskind Bonn machte wieder einmal von sich reden. Nicht seine außenpolitischen Ausflüge – seine Unterhaltungskosten gaben in diesem Falle den Anlaß.

DIE WOCHE

Die drei Hohen Kommissare legten ihr Veto gegen das neue Einkommensteuer- und das Beamtengesetz der Bundesrepublik ein. Die Regierungsparteien äußerten ihre Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Einsprüche in deutsche Angelegenheiten.

Liaquat Ali Khan

Als am 15. August 1947 das Kaiserreich Indien in einen Hindu- und einen Moslemstaat geteilt wurde, verblieben in der neugegründeten Indischen Union mehr Mohammedaner, als Franzosen in Frankreich leben (über 40 Millionen), und in Pakistan mehr Hindus, als es Norweger und Schweden in Skandinavien gibt (11 Millionen).

Hongkong zwischen den Fronten

Seit Hongkong Zwischen den Fronten liegt, haben die Nationaichinesen, vom Festland verdrängt, ihre alten Gesellschaften in der britischen Kolonie verloren.

Lohnrevolte in England

Das Budget, das Sir Stanford Cripps dem Unterhaus vorgelegt hat, ist in England von rechts und links stark angegriffen worden.

Die Schönheit des Teufels

Es ist nicht nur eine französische Variante des Fauststoffes, die René Clair mit La beauté du diable (kurz nach der Pariser Uraufführung tun Berliner Kurfürstendamm gezeigt) liefert.

Il Barbiere

Unter der Leitung von Max Sauer-Falbriard bereist eine Stagione d’Opera Italiana mit Künstlern der Mailänder Scala Deutschland.

Dramatik um Triest

Auf die Auseinandersetzung um das Schicksal von Triest, die vor kurzem unter der Protektion der Westmächte zwischen Italien und Jugoslawien in Gang gekommen war, ist ein schwerer Schatten gefallen: Während man in den westlichen Hauptstädten offenbar glaubte, es handele sich in der Triester Frage nur darum, zwischen Italien und Jugoslawien einen Ausgleich zu finden, hat jetzt die Sowjetunion in einer scharfen Note, die den drei West-Botschaftern in Moskau überreicht wurde, höchst unsanft auf Ihre eigenen Interessen an dem Triester Problem aufmerksam gemacht.

Napoleon enttäuscht

Köln, im April Als Ferdinand Bruckner emigrierte, verbuchte das deutsche Theater einen Verlust, Die sensationellen Erfolge seiner ersten Stücke – „Krankheit der Jugend“, „Verbrecher“, „Elisabeth von England“ – hatten in den zwanziger Jahren Berlin in Spannung gehalten.

Mißtrauen gegen Deutschland in USA

Seit dem Überfall auf Pearl Harbour ist es nicht mehr zu einem so heftigen politischem Streit zwischen Republikanern und Demokraten gekommen, wie bei den derzeitigen Auseinandersetzungen über den angeblich entscheidenden kommunistischen Einfluß auf die Außenpolitik der USA.

Notizen

Träger des Friedenspreises deutscher Verleger wurde der in Oslo lebende Literarhistoriker Max Tau. Der Preis, der Tau am 27.

Gefährliche Maifeiern in Berlin

Diesseits und jenseits des Brandenburger Tore wird gebuddelt, werden Fahnenmasten aufgerichtet, wachsen Tribünen, werden Lautsprecheranlagen geprobt: alles für den 1.

Der Dichter widerlegt den Philosophen

Jean-Paul Sartre, der französische Autor, ist eine irritierende Figur, ein Hecht im Karpfenteich der Selbstgerechtigkeiten, ein aufstörendes Element.

Wohin?

Der Dichter, dessen 100. Todestag in England Anlaß zu vielen Gedenkfeiern gab, gilt seinen Landsleuten als Shakespeare und Milton ebenbürtig, während er in Deutschland nicht dieser hohen Wertung entsprechend bekannt ist.

Feuilleton: Damals wie heute

Einhundert Jahre sind auch für ein Buch ein schönes Alter. Der Pergamentenband, von dem im folgenden die Rede ist, hatte es erreicht und überschritten, als ihm in unsern Nachkriegsjahren die Stunde des Abenteuers schlug.

Zweimal Höllen-Sartre

Münchens Theater halben in den vergangenen Jahren von Anouilh bis Claudel, von Wilder bis Williams, vom Lied der Taube bis zum Mord im Dom so ziemlich alles nachgeliefert, was wir an ausländischer Dramatik letzthin bitten versäumen müssen.

Allegorie statt Wirklichkeit

Den Autoren von drei neuen Büchern möchte man wünschen, daß ihre Werke in mehr als einem Dutzend Exemplaren verkauft werden.

Von Zigeunern eingewickelt

Mein Onkel Florian Buchta war ein sehr lustiger Mensch. Er ist im ersten Weltkrieg in der Schlacht an der Somme gefallen. Das war ein trauriges Ende für ihn, denn wer redet heute noch von der Schlacht an der Somme und von allen übrigen schrecklichen Schlachten von damals, da es soviel neue Schlachten gab, gibt und geben wird? Darum will ich mich auch nur mit der Lustigkeit und nicht mit der Traurigkeit meines Onkels befassen.

Furcht vor Untergang sinnlos

Es war einmal ein Mann aus Ki, der machte sich Sorgen, wohin er nur flüchten könne, wenn Himmel und Erde einstürzten, und er vergaß darüber Schlafen und Essen.

Humor der Distanz

Ein äußerstes Wagnis: das jüdische Schicksal in dieser Zeit humoristisch zuspiegeln, Franz Werfel, in seinem weise plänkelnden Spiel von Jacobowsky und dem Oberst, unternahm es noch während des Krieges.

Versöhnung für Räuber

Es war in einem D-Zug-Abteil. Drei Herren lauschten interessiert den Worten eines vierten, der seinen Vortrag nicht für eine Sekunde unterbrach.

Ein rechtes Fragebogen-Malheur

Es wirkte einigermaßen überraschend, als der französische Hohe Kommissar François-Poncet in seinem Antwortbrief an Adenauer um Ostern die Kontrollbereiche über die deutsche Stahlindustrie wesentlich weiter faßte, als man bisher glaubte annehmen zu können.

Betriebsrats-Schulen?

Ein hessischer Regierungsbeamter, Ministerialrat Dr. Engler, hat kürzlich in Offenbach vor 1200 Betriebsräten gesprochen, um sie über ihre Aufgaben unter dem neuen Mitbestimmungsrecht aufzuklären.

Revision

In den sechs Jahren, die seit der Währungs- und Finanzkonferenz von 44 Nationen der UNO in Bretton Woods verflossen sind, haben sich hochbedeutsame Erfahrungen ergeben.

Ersatz über HO

In der Ostzone gelten nach wie vor die Stopppreise von 1944. Wie nun, wenn jemand Schadenersatz beansprucht oder zu leisten verpflichtet ist? Laut BGB ist in der Regel der Schaden in Geld auszugleichen.

Verstaatlichter Ostzonen-Großhandel

Die Frage der Verstaatlichung des Handels ist von der Sowjetzonenregierung mit rücksichtsloser Brutalität gelöst worden. Die „Deutsche Wirtschaftskomrnission“ hatte auf diesem Gebiet schon vorgearbeitet.

Kanin - nicht gefragt

Wenn man aus der zweiten Rauchwarenmesse, die in Frankfurt stattfand, eine Quintessenz ziehen will, so ist es wohl die, daß die „Kaninchenzeit“ vorüber ist.

Pirmasens holt endlich auf

Hat es angesichts der vorhandenen geringen Kaufkraft und der hohen Arbeitslosenzahl einen Zweck, die Schuherzeugung noch weiter auszudehnen? Diese Frage legen sich die pfälzischen Schuhfabrikanten heute vor.

Bei Möbeln: runde Formen bevorzugt

Die diesjährige Kölner Möbelfachmesse vollzog sich zwischen der im Möbelgewerbe vorherrschenden Geschäftsstelle und einer gewissen (auch von Bundeswirtschaftsminister Prof.

Wohnbaugesetz, kritisch gesehen

Seitdem die Freude über das Zustandekommen des ersten deutschen Wohnungsbaugesetzes, das mit ungewohnter – und nur noch bei der Diätenfestsetzung übertroffener – Einmütigkeit vom Bundestag beschlossen wurde, etwas abgeklungen ist, beginnt man, sich nun auch mehr kritisch mit seinen wirtschaftlichen Auswirkungen zu befassen.

Beim 7. Anlauf

Beim Entwurf Nr. 7 zum Gesetz gegen die Wettbewerbsbeschränkungen hieß es, nunmehr sei grundsätzlich alles klar und es seien nur noch redaktionelle Änderungen erforderlich.

Kann Schäffer diesmal von Cripps etwas lernen?

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, dürfte Englands Schatzkanzler gedacht haben, als er die Einkommensteuer für die ersten 600 DM steuerpflichtigen Jahreseinkommens von 15 auf 12,5 und für die nächsten 240C DM von 30 auf 25 v.

Irland schätzt „Made in Germany“

Mitte März hatte sich Dr. Georg Rosenstock aus St. Andrews Villa in Irland als Leser unserer Wochenzeitung in einer Zuschrift mit den Fragen der Liberalisierung des Außenhandels beschäftigt und darüber Klage geführt, daß in Irland die deutschen Waren nach wie vor von der Bildfläche verschwunden bleiben, obwohl sie wegen ihrer guten Qualität sehr stark gefragt sind.

Prag spielt doch mit

Unabhängig von weltanschaulichen Meinungsverschiedenheiten sind sich die europäischen Länder beiderseits des eisernen Vorhangs darüber klar, daß ohne Wiederaufbau eines leistungsfähigen europäischen Schienenverkehrsnetzes eine dauerhafte wirtschaftliche Gesundung der einzelnen Länder nicht möglich ist.

Basel: Anpassung

Die diesjährige Basler Mustermesse vom 15. bis zum 25. April übertraf mit 100 000 qm Ausstellungsraum und 2303 Ausstellern selbst noch die vorjährige Messe.

Kein Werft-Geschäft

In Rom fanden kürzlich Verhandlungen über den Bau von Schiffen für sowjetische und polnische Rechnung auf italienischen Werften statt.

New Look im Verkehr

Die unbestreitbaren Erfolge des Motorrollers im Ausland, vor allem in Italien, können als der geglickte Versuch bezeichnet werden, das Motorrad „damenfähig“ zu machen.

Was ich dachte und was ich tat

Die Schilderungen des Militärbefehlshabers in Belgien und Nordfrankreich, des ehemaligen Generals Alexander von Falkenhausen, mit deren Veröffentlichung die „Zeit“ heute beginnt, sind keine Rechtfertigung, sondern eine Aussage.

Leihhaus – Spiegel der Not

Wer geht heute zur Pfandleihe? Mit der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung und dem Mangel an Kapital wächst die Kundschaft der Leihhäuser.

Zwischendurch:: Spontane Begeisterung

Eines Abends geht Tito inkognito ins Kino. Er sieht die Wochenschau, in der seine mächtige Figur in weißer Sommeruniform auftritt, und freut sich voll Rührung über den stürmischen und begeisterten Applaus dies Kinopublikums, den seine Bilder hervorrufen.

Seelische Gesundheit durch Ansteckung

Daß der Mensch normalerweise 2000 Kalorien braucht, oder daß die Grippe eine Tröpfcheninfektion ist, bleibt auch dann wahr, wenn der Hygieniker unterernährt ist, oder wenn er selbst an einer Grippe leidet.

Wege zum Übermenschen

Die Maschine sollte den Menschen befreien, sie sollte ihm Arbeit abnehmen. Und sie tat es. Sie trägt schwere Lasten über Land und Meer.

Der Looping-Rekord

Der Flieger Carl Crawford habe einen neuen, bemerkenswerten Weltrekord im Looping-Drehen aufgestellt, so wird aus Texas gemeldet.

Was leistet die Leber?

Penicillin und Streptomycin sind Heilmittel, die aus einzelligen Mikroorganismen gewonnen sind und deren Heilwirkung darin besteht, daß Stoffwechselprodukte eines Bakteriums vernichtend auf ein anderes, dem Menschen schädliches, wirken.

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