Die unbestreitbaren Erfolge des Motorrollers im Ausland, vor allem in Italien, können als der geglickte Versuch bezeichnet werden, das Motorrad „damenfähig“ zu machen. Zweifellos ist auch das Erscheinen des Motorrollers auf dem deutschen Markt als eine zukunftsreiche und einsichtsvolle Entwicklung der Motorisierung zu betrachten. Der Frontschutz und die breiten Trittbretter entheben den Benutzer der Notwendigkeit, sich „mctorradmäßig“ anzuziehen. Das Park- und Unterstellproblem dürfte bei dem geringen Gewich; ebenfalls leicht zu lösen sein. Dabei ist die Leistung dieser Fahrzeuge mit einem Hubraum von zumeist 100 bis 125 ccm ganz erstaunlich. Die kürzlich von einer frisierten „Lambretta“ aufgestellten 41 Weltrekorde haben es bewiesen.

Man hat in Deutschland längst erkannt, daß das Streben des Motorfahrrad- und Kleinmotorradbesitzers nicht auf 250 oder 500 ccm geht. Er wünscht sich etwas mehr Fahrkomfort. Aus dieser Erkenntnis hat eine Reihe von Werken in den vergangenen Monaten die Motorroller-Produktion aufgenommen. Neben den Lizenzbauten der VESPA bei den Hoffmann-Werken in Lintorf und der „Lambretta“ bei NSU sind es nicht weniger als zehn deutsche Firmen, die sich am Bau beteiligen. Die Hoffmann-Werke nennen ihre VESPA-Hoffmann „zweirädriges Sport-Cabriolet“, während den NSU-Werken das Wort „Auto-Roller“ für die Lambretta geschützt ist. Die deutschen Werke sprechen ganz einfach von „Motorrollern“ schlechthin. Sie produzieren fünfzehn verschiedene Typen, die unter den Bezeichnungen Cityfix, Sitta, Luchs, Rolly, Spatz, Pirol, Troll, Jeannette oder Walba herauskommen und in der Preislage zwischen 345 und 995 DM liegen. Die 125 ccm Lambretta hat einen Verkaufspreis von 1450 DM. Die Riedel-Motoren-AG. hat als Bruder der bekannten „Imme“ den Motorroller „Till“ herausgebracht. In der äußeren Gestaltung ist auch hier das von den Italienern gesetzte Vorbild erkenntlich.

In der nächsten Zeit wird allerdings noch eine Reihe weiterer Motorroller auf dem deutschen Markt erscheinen, die alle „in Serie“ gehen wollen. Für manche Hersteller dürfte sich dieser Wuasch nicht erfüllen, da die Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes ihre eigenen Gesetze hat, an denen auch der beste Vorsatz nicht vorbeikommt. W. F.

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Als eine der bedeutendsten Neuschöpfungen im deutschen Motorenbau darf der Lohmann-Kleinstdieselmotor für Fahrräder bezeichnet werden. Er ist an jedem Fahrrad ohne Veränderung der Reifen, der Speichen oder des Rahmens anzubringen. Unter dem Tretkurbellager befestigt, treibt er das Hinterrad mittels einer Treibrolle an. Durch einen einfachen Fußtritt oder Handgriff ist der Motor, dessen Hubraum 18 ccm beträgt, abzuschalten. Es ist der einzige Dieselmotor, der ohne Brennstoffpumpe, Zündvorrichtung, Vergaser und Kupplung arbeitet und der bei einem Verbrauch von 0,6 Liter Dieselöl, Petroleum oder Traktorentreibstoff auf 100 Kilometer ungefähr zwölf Pfennig Betriebskosten verursacht. Der Geschwindigkeitsbereich liegt zwischen 5 und 25 km/st, das Gewicht beträgt nur fünf Kilogramm. -er

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Die Orenstein & Koppel A. G., Dortmund, hat ihr reichhaltiges Produktionsprogramm (bisher bestehend aus Waggons, Ackerschleppern, Betonmischern, Förderbändern, Dampf- und Motorlokomotiven, Löffel- und Eimerbaggern, Förderwagen, Spezialkippern, Schienen, Weichen und verschiedenen Oberbaugeräten) durch die Konstruktion eines neuartigen Industrieschleppers erheblich erweitert. Mit diesem Diesel-Kompressor-Schlepper von 32 PS ist man völlig neuartige Wege gegangen und hat dem vollwertigen Schlepper durch den Kompressor die Möglichkeit gegeben, z. B. einen schweren Aufbruchhammer zu betreiben. Daneben ist der Schlepper mit einem Schweißaggregat versehen, das auch als Lichtaggregat zur Beleuchtung von Baustellen Verwendung finden kann. Sogar eine Seilwinde besitzt dieses Universal-Gerät, das vor allem der Bauwirtschaft im In- und Auslande im Zuge der bauwirtschaftlichen Rationalisierung wertvolle Dienste leisten wird. we.