Unabhängig von weltanschaulichen Meinungsverschiedenheiten sind sich die europäischen Länder beiderseits des eisernen Vorhangs darüber klar, daß ohne Wiederaufbau eines leistungsfähigen europäischen Schienenverkehrsnetzes eine dauerhafte wirtschaftliche Gesundung der einzelnen Länder nicht möglich ist. Das hat sich schon auf der Internationalen Güterfahrplankonferenz in Montreux gezeigt, als die Grundlagen für eine Beseitigung der europäischen Verkehrsschranken gelegt wurden. Die Erfolge sind nicht ausgeblieben. Auf der folgenden Amsterdamer Konferenz hatte man sich der Beschleunigung der wiederangeknüpften Verbindungen gewidmet. Gemeinsam stellte man Fahrpläne auf, welche die internationalen Verbindungen auf fast allen europäischen Strecken bis zu 24 Stunden beschleunigten. Um dem Fahrplan den letzten Schliff zu geben, fand kürzlich eine Konferenz in Ragusa statt. Aus den Presseberichten ist nun zu ersehen, daß auf dieser Konferenz lediglich die westeuropäischen Länder vertreten waren, einschließlich der Bundesrepublik. Die geschäftsführende Tschechoslowakei fehlte und mit ihr alle Länder des östlichen Einflusses, die Ostzone eingeschlossen. Man verhandelte trotzdem, konnte aber nicht beschließen. Nach der Konferenz verhandelte dann die Schweiz mit der Tschechoslowakei mit dem Erfolg, daß auch Prag das Ergebnis von Ragusa annahm. Man war also nicht gegen die Sache, sondern wollte nur nicht mit Tito an einem Tisch sitzen. pm