Zum Tode des Literarhistorikers W. Milch

Erst siebenundvierzig Jahre alt starb in Baden-Baden der in Breslau geborene Literaturhistoriker Werner Milch. Seine ersten Arbeiten galten der heimischen Literaturgeschichte, galten ihrer großen Zeit, dem Barock. Aus den reichen Bücher- und Handschriftenschätzen der Schlesischen Bibliotheken und Archive, die inzwischen größtenteils ein Opfer des Krieges geworden sind, gab er die bis dahin fast unbekannten, für das Barock sehr aufschlußreichen Werke des Dichters Daniel v. Czepko heraus (1930 bis 1932) und ließ eine Monographie über ihn folgen (1934). Im Jahre darauf erschien „Sophie La Roche, die Großmutter der Brentanos“, eine liebenswürdige Lebensbeschreibung der schriftstellernden Freundin Wielands und Goethes, um deren Gestalt hier die ganze Kultur der Empfindsamkeitsepoche lebendig wird. – Weitere Arbeiten, die im Entstehen waren, wurden ein Opfer der Zeit. Milch ging durch alle Bitternisse der Emigration, doppelt bitter für einen Literarhistoriker, der sein einziges Handwerkszeug, seine Bibliothek, verloren hat. Er wurde schließlich Hochschullehrer in London. Aber sogleich nach dem Kriege kehrte er als einer der ersten zurück, übernahm den seit Kommerells Tode vakanten Lehrstuhl in Marburg und setzte sich neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Forscher mit besonderem Eifer für die studentische Arbeit ein. 1947 erschien sein Büchlein „Bettine und Marianne“, in welchem, wie immer bei Milch, die Gabe erfreut, Wissenschaftlichkeit und flüssige Darstellung zu vereinigen. E. T.

„Mein liebstes Buch“ heißt ein Schülerpreisausschreiben, das zur „Woche des Buches 1950“ von den Landesverbänden des Buchhandels in sämtlichen Schulen des Bundesgebiets veranstaltet wird. Als Preise sind Bücher für die Schulbüchereien ausgesetzt. Der Wettbewerb soll vor allem die Jugend wieder auf die Beschäftigung mit dem guten Buch hinlenken.

Die erste Lieferung eines Lexikons der Zeitgenossen, das die Buchstaben A bis G enthält und von der Zeitschrift Crapouillot herausgegeben wird, ist jetzt in Paris erschienen. Es enthält Biographien und Kommentare über große und weniger große Zeitgenossen Frankreichs.

Der Prix Charles Veillon 1951 – ein Preis für Romane in französischer Sprache – wird Anfang nächsten Jahres zum viertenmal in Lausanne verteilt werden. An dem Wettbewerb können sich Schriftsteller aller Nationen beteiligen. Der Preis schließt einen Geldbetrag von 5000 Schweitzer Franken ein.