Die Einheit der deutschen Sprache ist in Gefahr. Ein Drittel unseres Volkes ist einer totalitären Propaganda ausgeliefert, die mit bolschewistischen Schlagworten und russischer Literatur nicht nur die Zeitungen, sondern auch die Buchläden, Schulen, Volkshochschulen und Universitäten der Sowjetzone beherrscht. Die Menschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhanges sollen sich nicht mehr verstehen. Systematisch wird die deutsche Intelligenz im Osten von jeder Weiterbildung ausgeschlossen, soweit sie sich nicht zu Funktionären des Sowjetsystems erniedrigt. Die Menschen aber dort hungern nach den Kulturgütern des „Westens“, die doch nichts anderes sind als die Schöpfungen ihrer Heimat und Zeugnisse Europas und der Welt.

Schon einmal hat die Bevölkerung in Westdeutschland den Ruf ihrer Verwandten und Bekannten in der Ostzone erwidert und mit Lebensmittelpäckchen die größte Not gelindert. Diese Hilfe muß weitergehen. Daneben aber muß auch der geistige Hunger gestillt werden. Jedermann kann von privat an privat schöne Heimaterzählungen, moderne Romane oder wissenschaftliche Literatur verschicken, je nach dem Interesse, das er selbst und sein Freund in der Sowjetzone besitzt. Keine Zeitungen und keine politische Literatur, um den Empfänger nicht vor der Geheimpolizei zu belasten! Jedes unverfängliche Wort aus dem Westen aber ist bereits ein Gruß der Freiheit.

Wir rufen deshalb jeden Menschen, der selbst gern liest, zu einer Aktion von Bücherfreund an Bücherfreund:

Schickt Bücher nach Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen!

Peter van Aubel (Köln, Deutscher Städtetag) Fritz Eberhard (Stuttgart, Südd. Rundfunk) Eugen Kogon (Frankfurt, Frankfurter Hefte) Ernst Tillich (Berlin, Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit)