Es muß mehr gefußballt werden; nicht wegen des Totos, sondern wegen der Politik. Die erste Amerika-Reise einer deutschen Fußballmannschaft, der Elf des Hamburger Sport Vereins, läßt uns wünschen, daß auf der neuen Diplomatenschule in Speyer künftig nicht nur das Abfassen von Noten, sondern auch die Grundbegriffe des Dribbeins, Flankens und – wenn es denn nicht anders geht der Strafstöße gelehrt werden. Denn wurde die HSV-Elite noch bei ihrer Ankunft in New York von 50 jugendlichen Querulanten mit Tomaten- und Apfelwürfen bedacht, so riß sie schon zwei Tage später 20 000 Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin. Das Sonderaufgebot der Polizei, das man für stark genug hielt, etwaige neue Übergriffe abzuwehren, mußte vor dem Ansturm der Autogrammjäger hoffnungslos kapitulieren. Gewinnen tat die Mannschaft außerdem. Und wenn es sich einstweilen auch nur um eine Einladung von Deutsch-Amerikanern handelt, so dürfen wir doch manche Hoffnung an dieses Sportereignis knüpfen. Es gab keine Zwischenfälle, als man merkte, daß eine deutsche Nationalhymne fehlte. Man sang die Nordseewellen und sank sich in die Arme. Wir haben einst versucht, ein Volk von Fliegern zu werden und sind kläglich gescheitert. Ach laßt es uns einmal als Fußballer versuchen. C. J.