Der Dichter des „Caligula“ und der „Pest“ nimmt in seinem neuen Stück „Les Justes“ (uraufgeführt in Paris Ende Dezember 1949, jetzt als Buch bei Gallimard erschienen) abermals das Problem der Vereinbarkeit von Ideologie und Humanität auf. Die fünf Akte spielen in Rußland unmittelbar nach der gescheiterten Revolution von 1905. Eine Gruppe Terroristen beauftragt den Sozialrevolutionären Dichter Kaliajew, eine Bombe in den Wagen des Großfürsten Sergius, des Petersburger Militärkommandanten, zu werfen. Beim ersten Versuch wirft Kaliajew die Bombe nicht, weil zwei Kinder mit dem Großfürsten in der Kalesche fahren. Das zweite Attentat gelingt, aber Kaliajew wird verhaftet. Der vierte Akt des Dramas zeigt ihn im Gefängnis. Seine Stimmung ist düster und trotzig.

Die Großfürstin tritt ein. Sie bleibt unbeweglich und schweigsam. Die Tür ist offen.

Kaliajew: Was wollen Sie?

Die Großfürstin (entschleiert ihr Gesicht): Sieh mich an.

Kaliajew (schweigt).

Die Großfürstin: Viele Dinge sterben mit einem Menschen.

Kaliajew: Das habe ich gewußt.