Nachdem auf dem Weltmarkt die Wollpreise in den letzten Wochen wieder um 10 bis 15 v. H. angestiegen waren und die Nachfrage anhaltend fest war, hatten die deutschen Schafzüchter mit einer Festigung der Preise für Inlandwolle und mit einem guten Absatz gerechnet. Zu ihrer größten Überraschung zeigt jetzt aber die deutsche Wollbörse – in Paderborn fand am 12. Mai die 3. freie Wollauktion statt – eine der Weltmarktlage entgegengesetzte Tendenz, die bei den deutschen Züchtern Verstimmung hervorgerufen hat. Händler und Vertreter der Industrie waren zurückhaltend und boten nur zögernd. Der von der deutschen Wollverwertung festgelegte Taxwert konnte vielfach nicht erreicht werden. Übereinstimmend wurde erklärt, daß bei den jetzigen Preisen die Rentabilität der Wollproduktion gefährdet sei.

Geringer Absatz und niedrige Preise ergeben sich aus der Tatsache, daß die wollverarbeitende Industrie augenblicklich ausreichend eingedeckt ist und selbst Absatzschwierigkeiten hat. Aber auch jahreszeitliche Rücksichtnahmen und die bevorstehende Versteigerung in Ulm sind beeinflussend. Die Durchschnittspreise betrugen für Merino-Vollschur Schweiß 4,50 DM je kg, desgleichen für Merino-Halbschur und Lamm Schweiß. Schwarzkopf und Leinewolle Vollschur Schweiß erreichte nur 3,50 DM. Kl.