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In ein Glashaus haben sich die Engländer gesetzt. Dort, wo am Ende des Kurfürstendamms einst das Kabarett der Komiker stand, geben mächtige stockwerkhohe Glasfenster den Blick frei in eine stille beschauliche Welt. Den Lesesaal des British Information Center. Fast scheint es, als säßen die Besucher Reklame; so anziehend wirkt von außen der Blick auf diese stillen Gestalten, die im Sessel oder am Tisch über ihre Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher gebeugt studieren. Auf andere Reklamen verzichtet man fast ganz. Ein wenig ist auch hier wohl zur Finanzierung das Privatkapital eingeschaltet. Die British European Airways haben ihr repräsentatives Reisebüro eingebaut. Sonst geht alles in einer eigentümlich stillen und selbstverständlichen Diskretion vor sich. Viel begehrt und viel besucht wird die Bibliothek im oberen Stockwerk. Und dort liegen auch die Ausstellungs- und Vortragsräume, die behagliche Eleganz ausströmen, aber nicht eine Spur mehr als notwendig ist, um zu beweisen, daß man es mit einem Kulturzentrum zu tun hat. Und so sind auch die Programme: Viel England, aber nicht ausschließlich England, meist eingebaut in ein allgemeingültiges Thema. Das Ganze, als wollte es sagen: Wer kommen mag, dem wird etwas geboten – wer nicht kommen mag, ist selber schuld.

A. M.