Seit dem Tage, an dem Henry Ford um die Jahrhundertwende begann, Vehikel mit Motorenantrieb zu bauen, sind bis heute aus diesen Werken allein 30 Mill. Fahrzeuge gerollt. Was Ford schuf, ist weniger das Auto gewesen – das haben andere vor ihm auch schon getan –, sondern vielmehr ein besonderes System der Anfertigung, der praktischen Verwendbarkeit und des technischen Fortschrittes. Im Jahre 1925, also vor 25 Jahren, kam Ford nach Deutschland und baute im Berliner Westhafen sein erstes Montagewerk. Fließbänder und rationalisierende Gehirne zogen von nun an in das technische Dämmerlicht des Autobaues ein.

Jetzt hat Ford in Deutschland ein neues und verbessertes Modell, den „Taunus Spezial 1950“, auf den Markt gebracht. Generaldirektor Vitger von der Ford Werke AG., Köln, hofft davon 1950 noch 20 000 Stück zu verkaufen. Nachdem für die übrigen Ford-Modelle die Preise erheblich gesenkt worden sind, verfügt man über keinerlei Preisreserven mehr und daher werden die diesjährigen Kölner Investitionspläne über 12 Mill. DM nicht aus dem laufenden Umsatz bestritten werden können. Man schätzt für 1950 den Umsatz auf etwa 160 bis 180 Mill. DM und will die Investitionsmittel aus Realisierung der überhöhten Rohmaterial- und Halbwaren-Bestände hereinbekommen. Die Verwaltung glaubt, jetzt mit einem Halbproduktelager im Umfang einer Monats-Fertigproduktion voll auskommen zu können.

Besondere Hoffnungen werden mit dem neuen „Taunus Spezial 1950“ an das Exportgeschäft geknüpft, das 1950 schon 2000 Wagen aufgenommen hat. Exportländer sind in erster Linie Holland, Belgien, Skandinavien, die Schweiz, Österreich, aber auch Ägypten, die Türkei und Südamerika. Konkurrenz mit anderen Fordwerken ist nicht zu befürchten, weil der Typ „Taunus“ in keinem anderen Ford-Produktionsprogramm enthalten ist und schlechthin im Ausland „der deutsche Ford“ genannt wird. Vor dem Kriege betrug der Export etwa 25 v. H. der Produktion des Kölner Werkes. Dessen Aktien sind übrigens zu 42 v. H. in deutschen Händen, zu 52 v. H. im Besitz der Ford Motor Company, Detroit, und zu 6 v. H. im Besitz der Ford Investment Ltd., London. –lt.

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Dem DKW-Motorrad und dem DKW-Lieferwagen hat die im Wiederaufbau befindliche AUTO-UNION nun das Hauptstück ihrer vorläufigen Planung zur Seite gestellt: den neuen DKW-Personenwagen vom Typ „Meisterklasse“. Der Wagen, der sich durch seine elegante Karosserieform, seine Geräumigkeit und sein Anzugsvermögen auszeichnet, ist das Ergebnis einer nahezu 30jährigen Zweitakt-Erfahrung. Seine Geschwindigkeit wird mit 100 km/st bei einem Kraftstoffnormverbrauch von 6,25 1 angegeben. Als Limousine kostet er 5830 DM und als Cabrio 7585 DM.

Die Serienfertigung, die im neuen DKW-Werk Düsseldorf vorbereitet wird, dürfte im August anlaufen. Bisher beschäftigt die AUTO-UNION, die vor knapp 1 1/2 Jahren ihren Wiederaufbau in Ingolstadt begann, über 2500 Arbeitnehmer. Die Produktion des Personenwagens, für den Anfang mit 900 Stück je Monat geplant, dürfte die Beschäftigtenzahl noch weiter erheblich steigen lassen. we.