Als der Bürger Hans Woltmann im Jahre 1550 in Braunschweig seine „Kram- und Gewürzhandlung“ eröffnete, hat er wahrscheinlich nicht geahnt, daß sein bescheidenes Unternehmen 400 Jahre später als Eisengroßhandlung und ältestes deutsches Großhandelshaus ein Jubiläum feiern würde, dem selbst Minister beiwohnten. 200 Jahre hindurch wurde diese Kramhandlung von Angehörigen der Familie Woltmann geleitet.. Es waren sechs Generationen, die ihre Söhne nach Hamburg und nach Nürnberg in die kaufmännische Lehre schickten. 1771 erwarb schließlich Johann Christian Wullbrandt aus Fallersleben das Geschäft, stellte die Kramhandlung ein und widmete sich nunmehr ausschließlich dem Eisenhandel. Hundert Jahre später, das Unternehmen hieß dann Wullbrandt & Seele, war die Firma bereits zur führenden Eisengroßhandlung in Norddeutschland geworden.

Gegen Ausgang des letzten Krieges zerschlug der Luftkrieg die Grundstücke von Wullbrandt & Seele, die in der Innenstadt Braunschweigs lagen. Damit fanden traditionsreiche Gebäude ihr Ende, die die wechselvolle Geschichte dieses Unternehmens bekunden konnten. Längst aber hat der Wiederaufbau neue Häuser erstehen lassen. Und auch das alte Patrizierhaus an der Reichsstraße wurde wieder stilgerecht aufgebaut. Heute ist es Sitz der Hauptverwaltung und damit ein lebendiges Denkmal für die 400 Jahre alte Geschichte dieses ehrwürdigen Handelshauses, zugleich aber auch ein bedeutsames Kapitel deutscher Wirtschaftsentwicklung. ww.