Banküberweisungen im Zwischenländerverkehr

Zu der Kritik, die in Nr. 18 der „Zeit“ über die Banküberweisungen im Zwischenländerverkehr enthalten war, wird uns von maßgebender Seite wie folgt geschrieben:

„Sämtliche 262 Zweiganstalten der elf Landeszentralbanken in der Bundesrepublik Deutschland stehen untereinander und auch mit der Bank deutscher Länder in Frankfurt (Main) und der Berliner Zentralbank in Berlin-Charlottenburg in unmittelbaren Überweisungsverkehr. Innerhalb der örtlichen Annahmezeiten eingereichte Überweisungsaufträge werden von der beauftragten Landeszentralbank noch an demselben Tage ausgeführt und der Landeszentralbank am Bestimmungsort unmittelbar (also ohne Einschaltung einer übergeordneten Stelle im eigenen Land oder im Bestimmungsland) übersandt. Bei dieser erfolgt die Gutschrift auf den begünstigten Girokonten sofort nach Eintreffen der Überweisungsträger. Diese Überweisungen treffen also bei der Empfangsbankanstalt genau so schnell ein wie beim früheren direkten Versand ohne Einschaltung der Landeszentralbank. Da die Kreditinstitute in der Regel die Gutschriftsbelege zu den für sie eingegangenen Überweisungen schon im laufe des Vormittags bei ihrer Landeszentralbank abholen lassen, sind sie in der Lage, auch die Gutschrift auf dem bei ihnen geführten Konto des Endbegünstigten noch an demselben Tage vorzunehmen.

Der in dem veröffentlichten Beispiel einer Überweisung von Hamburg nach Cuxhaven anegebene Umweg über Hannover kommt bei Landeszentralbank-Überweisungen nicht vor. Die Überweisung läuft vielmehr (um bei dem Beispiel zu bleiben) von Hamburg direkt nach Cuxhaven.

Für die Weiterleitung der Überweisungen wird die jeweils günstigste Postverbindung benutzt. Jede Überweisung beansprucht daher nur die Dauer des Postlaufs zwischen der beauftragten und der begünstigten Landeszentralbank-Zweiganstalt. Durch die bei der Bank deutscher Länder – Verrechnungsstelle – erfolgende Kontrolle und Verrechnung der wechselseitigen Überweisungen wird der Lauf der direkten Überweisungen in keiner Weise beeinträchtigt.“

Dazu schreibt uns der Verfasser des in Frage stehenden Aufsatzes:

„Das hier im Verkehr zwischen den 262 Zweiganstalten und elf Landeszentralbanken geschilderte Verfahren ist praktisch dasselbe, wie es vorher im Zwischenländerverkehr der einzelnen Banken angewandt worden ist. Der Unterschied zu früher besteht nur darin, daß die privaten Banken damals die Überweisungsträger direkt an ihre Korrespondenzbanken versandten, während nunmehr die beiden örtlichen Landeszentralbanken zwischengeschaltet werden. Unklar ist höchstens, was damit tatsächlich erreicht werden soll. Bei der seinerzeitigen Einführung des neuen Systems ist als Grund angegeben worden, zu verhindern, daß oberhalb der Länderebene ein vom Zentralbanksystem unabhängiger Geldkreislauf stattfindet, der eine autonome Kreditschöpfung fördert, die Kreditpolitik der Notenbank erschwert und eine wirksame Kontrolle beeinträchtigt. Man muß sich fragen, ob die jetzt in Erscheinung tretenden Nachteile des neuen Verfahrens, insbesondere die Bildung einer zweiten Mindestreserve, die den außerhalb des Zentralbanksystems stehenden Geldanstalten damit zugemutet wird, und die doppelte bzw. dreifache Bearbeitung einunddesselben Geschäftsumfanges, den Nutzen lohnt, den man sich von der Monopolisierung des Überweisungsverkehrs zwischen den Ländern bei den LZB versprochen hat.“