Von "Zeitmangel" sprach begründend und entschuldigend der Bundeskanzler gegenüber den Gewerkschaften, als er sich wegen der (guten) Zusammensetzung des technisch-wirtschaftlichen Beratungsausschusses für den Schuman-Plan verteidigen mußte. Es erfolgten anschließend dann einige Erweiterungen, vielfach aus den Reihen der entflochtenen Unternehmen, wodurch das Gesamtgremium zweifellos noch an Bedeutung und Vielseitigkeit gewonnen hat.

Die Hauptarbeit des Beratungsausschusses wird in den Unterausschüssen liegen, Ihre Zusammensetzung zeigt die Schwerpunkte der Verantwortung. Der Gesamtausschuß steht unter dem Vorsitz des Kölner Bankiers Dr. Pferdmenges; die Unterausschüsse gliedern sich auf in Stahl, Kohle, Finanz, Lohn- und Sozialfragen. Unter Vorsitz von Dr. Henle (Klöckner) sind im Stahlausschuß M. C. Müller (Fachstelle Stahl und Eisen), Fugmann (WiVerein Eisen und Stahl), Wenzel (AR-Vorsitzer Stahlverein), Schwede (Gen.-Dir. Stahlverein), Schroeder (Klöckner), Reusch (GHH), Sohl (Stahlverein), Deist (Gewerkschaftler und Stahltreuhänder), Berg (Bundesverband), Flory (Stahlhandel), Wesemann (Eisenhüttenleute).

Im Kohlenausschuß sind Roelen (Walsum), Kost (DKBL), Winkaus (Mannesmann), Dr. Korsch (Gewerkschaften), Sogemeyer, Rüssel, v. Deval. Der Finanzausschuß unter Vorsitz von Bernard verfügt über Abs, Vocke, Pferdmenges, Etzel (MdB), Seeling (Detag), Wenzel, Dinkelbach (Stahltreuhänder), Merton (Metallgesellschaft). Im Lohn- und Sozialausschuß sind nur drei Herren, und zwar Reuter (Demag), Wagenführ (Wirtsch.-wissensch, Inst. d. Gewerksch.) und Wellhausen (MAN).

Die Ausschüsse sind nicht groß, dafür arbeitsfähig. Die Aufgaben werden erheblich sein, denn Dr. Adenauer hat in der nicht öffentlichen Begrüßungsansprache unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß der Schuman-Plan ein politisches Abkommen sei, vor dem es kein Zurückweichen gebe, das aber nur mit ernsten Opfern der Industrie zuwege gebracht werden könne. Die Aufgabe der Ausschüsse wird nun sein, die Grenzen dieser Opfer richtig abzuwägen, denn alle Opfer sind letzten Endes Produktions- und Verkaufsopfer und damit Lohn- und Arbeitsplatzopfer. Rlt.