In der UdSSR ist, wie "Prawda" meldet, ein "Unionsministerium für Baumwollbau" geschaffen worden,

Es unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daß die Sowjetunion ihren Baumwollbedarf jetzt aus eigener Produktion zu decken beginnt. Alle Voraussetzungen sind dazu ja auch gegeben oder entwickelt worden: billige und (zwangsläufig) willige Arbeitskräfte in Gestalt der bedürfnislosen Turkmenen, Saiten, Tadschiker, Usbeken oder Aserbaidschaner; Bodenverhältnisse, ähnlich den ägyptischen; ausreichende Zahl absoluter Sonnentage. Und der Lösung der Kardinalfrage, der Bewässerung, scheinen die Sowjets – Zwangsarbeitslager gibt es nicht nur im Norden, auch im Süden! – sehr nahe zu sein. Der Stalin-Kanal im Ferghanagebiet geht seiner Vollendung entgegen. Zu ihm gesellt sich das Bewässerungssystem bei Sary-Kurgan. Dort wird der Gebirgsfluß Soch durch einen Betonstaudamm gezähmt. In der Kirgisensteppe entsteht ein vom Syr Darja gespeistes Kanalsystem. Und in der Wüste Kara-Kum (zwischen Amu-Darja und Murgab) arbeiten seit einem Jahr Tausende an einem Berieselungsnetz. Ähnlich im transkaukasischen Gebiet: in Georgien wird seit 1948 im Gebiet Samgorsk und in Aserbeidschan in der Mugansteppe (Stromgebiet des Araxes) Baumwolle gebaut.

In den südeuropäischen Gebieten der Sowjetunion ist dagegen der Anbau bereits in großem Stil in Angriff genommen worden. Zu alten Projekten aber kam erstmalig in diesem Frühjahr in den Gebieten Primorsk, Wolodarsk und Perwomaisk (nordöstlich des Asow- und Schwarzen Meeres) auf einem Areal von 5000 ha, das von Kollektivwirtschaften bebaut wird, Baumwolle zur Aussaat. Etwa ebensoviel bauen dort die Staatsgüter (Sowchosen) an. D.