Die nordkoreanischen Streitkräfte konnten ihren Vormarsch weiter fortsetzen. Der amerikanische General MacArthur erklärte, daß er die Lage der amerikanischen Landetruppen in Korea dennoch nicht "als irgendwie bedrohlich" ansähe. Seit Beginn des Feldzuges wurden über 150 Panzer und 50 Flugzeuge der Nordkoreaner vernichtet.

47 von den 59 Mitgliedsstaaten der UNO erklärten sich bisher bereit, den Beschluß des Sicherheitsrats zur Abwehr des Angriffs auf Südkorea zu unterstützen. General MacArthur wurde zum Kommandierenden General der Streitkräfte der Vereinten Nationen in Korea ernannt, die unter der blau-weißen UNO-Flagge kämpfen.

In Moskau fand ein Gespräch zwischen dem sowjetischen Außenminister Gromyko und dem britischen Botschafter in Moskau, Sir David Kelly, statt. Über den Inhalt wurde Stillschweigen bewahrt. In London verlautet, daß die Sowjetunion Großbritanien um Vorschläge über die Beendigung des Konflikts im Fernen Osten ersucht habe.

Präsident Truman ordnet eine Verstärkung der amerikanischen Streitkräfte von 1,37 Millionen auf 2 Millionen Mann an. Er forderte den Kongreß auf, 260 Millionen Dollar für eine beschleunigte Entwicklung der Atombomben und der Experimente mit der Wasserstoffbombe zu bewilligen.

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Bundeskanzler Dr. Adenauer bat die Hohe Kommission schriftlich um eine Sicherheitsgarantie für die Bundesrepublik. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy sagte, seiner Ansicht nach sei eine solche formelle Garantie unnötig. Er erklärte vor Pressevertretern, er sehe keine Anzeichen dafür, daß der Korea-Konflikt irgendwelche Folgen für die Lage der Bundesrepublik haben werde.

Aus sowjetischen Kreisen in Berlin verlautet, daß die Sowjetunion gegenwärtig ihre Besatzungsarmee in Deutschland um 75 000 Mann auf insgesamt 275 000 Mann verstärke.