Ernst Rowohlt pflegt sich selbst, nach seiner politischen Überzeugung befragt, als Panchaotiker zu bezeichnen. Man könnte ihn ebenso einen politischen Trottel nennen. Doch ist er gleichzeitig ein verdienter Verleger. So kommt es, daß die Kommunisten seine politische Naivität benutzen können, um mit seinem verlegerischen Namen Reklame zu machen. Er hat, wie die kommunistischen Zeitungen der Sowjetzone rühmend berichten, bei dem kommunistischen Schriftstellerkongreß in Berlin den verlogenen Stockholmer Friedensappell unterschrieben, und er hat sich auch in Hamburg in den Vorstand der kommunistischen "Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion" wählen lassen.

Das geht zweifellos über ein reines Torentum hinaus. Rowohlt hat sich auf diese Weise mit Recht in den Ruf eines Fellow Traveller gebracht. Daher sollten ihm seine Freunde sehr ernsthaft die Leviten lesen. Doch sollte dies nicht dazu führen, daß eine neidische Konkurrenz die Gelegenheit benutzt, ihn aus dem Verlagsgeschäft zu verdrängen. -l.