Als im Jahre 1928 eine kleine Hamburger Schlosserei mit der Produktion des Dreirad-Lieferwagens Marke "Tempo" begannt,war eigentlich von einem Produktionstempo noch keine Rede: es wurden damals nur fünf Stück dieser knatternden Vehikel hergestellt. Das änderte sich aber, bereits 1929. In diesem Jahre hatte die Firma Vidal & Sohn in Hamburg-Harburg das Unternehmen übernommen und mit Hilfe von KonstruktionsVerbesserungen sehr schnell ein konkurrenzfähiges Fahrzeug für Handwerk, Gewerbe und Industrie hergestellt. 226 Tempo-Wagen verließen 1929 das Werk. Und heute sind es bei 2000 Arbeitnehmern allein in einem Monat über 1700 Fahrzeuge, die in modernen Montagehallen in Harburg fertiggestellt werden.

Anfang Juli konnte die Tempo-Werk-GmbH, in festlichem Rahmen die Fertigstellung ihres 100 000. Wagens feiern. Oscar Vidal, der Mitinhaber des Unternehmens, gab in Anwesenheit des Vorsitzenden des Verbandes der deutschen Automobilindustrie einer großen Anzahl von Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Presse einen interessanten Überblick über die jüngste Entwicklung seines Unternehmens, das heute an der Spitze der deutschen Kleinlastwagenfabrikation steht. Einen besonders guten Eindruck vermittelte die Schilderung der sozialen Leistungen.

Sie erschöpfen sich nicht in der Gewährung von Gewinnbeteiligung und Altersrente, sie dehnen sich längst auch unter anderem auf den Werkswohnungsbau aus.

Mit berechtigter Freude konnte auf die ansteigende Kurve des Exportes verwiesen werden. Im ersten Halbjahr 1948 waren es nur 25 Tempo-Wagen, die Westdeutschlands Grenzen verließen. Schon in der Vergleichszeit des Vorjahres aber war der Export auf 227 gestiegen, um im ersten Halbjahr dieses Jahres auf 711 anzuwachsen. Bei schärfster internationaler Konkurrenz sind die Tempo-Lieferwagen in den Niederlanden (hier stehen sie sogar an der Spitze der gesamten Autoeinfuhr), in Belgien, Frankreich, der Schweiz, Schweden, Dänemark, der Türkei und auch in Übersee sehr gefragt. Neben dem Standard-Dreirad-Modell "Hanseat" und dem Vierrad-Lieferwagen "Matador", die mit ihren verschiedenen Aufbauten eine ungeahnte Vielfalt von Verwendungsmöglichkeiten aufweisen, hat das Tempo-Werk jetzt die Produktion des neuen "Boy" aufgenommen. Bewußt verzichtet dieser Dreirad-Lieferwagen auf jeden Luxus und stellt für eine weitere breite Abnehmerschicht ein wirtschaftliches und preiswertes Fahrzeug dar, nicht zuletzt dadurch, daß es als "Kombi" sogar als Personenwagen benutzbar ist.