Die Wahlen in Schleswig-Holstein haben den Sozialdemokraten eine schwere Niederlage gebracht. Von 43 Mandaten haben sie nur 19 behalten. Dies bedeutet jedoch durchaus nicht eine Niederlage der Sozialdemokratischen Partei. Wie stark ihr Ansehen in Deutschland immer noch ist, haben gerade erst die Wahlen in Nordrhein-Westfalen bewiesen, bei denen sie sich sehr gut behaupten konnte. Das vernichtende Wahlergebnis von Schleswig-Holstein hingegen bedeutet eine gerechte Abrechnung mit der bisherigen sozialdemokratischen Regierung in Kiel. Wir haben vor kurzem darauf hingewiesen, daß sie – in weitem Abstände – die totalitärste Regierung sei, die wir seit der Kapitulation in der Bundesrepublik gehabt haben. Sie war auch die sachlich unfähigste. In keinem deutschen Land ist ein solcher Wasserkopf der Bürokratie entwickelt worden wie in Schleswig-Holstein. In diesem sterilen Betrieb sind die Gelder verwirtschaftet worden, die dem Aufbau des Landes hätten dienen können. Mit Recht hat die bayrische Regierung sich jüngst geweigert, an dem Finanzausgleich für dieses schlecht regierte Land teilzunehmen, weil sie nicht geneigt sei, die Verschwendung, die dort getrieben werde, noch zu unterstützen.

Bei der Wahl Sieger geblieben sind die bürgerlichen Parteien, die gewonnen hätten, wenn sie sich entgegen dem totalitären Gesetz der Kieler Regierung an der Landesliste hätten beteiligen können, neben ihnen der "Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten", der sich zum erstenmal der Wahl gestellt hat. Schwierig wird die Regierungsbildung werden. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Dieckmann, der für die bisherige Mißwirtschaft verantwortlich ist, möchte eine Koalition mit dem "Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten" und der dänisch gesinnten SSW eingehen. Ein solches politisches Geschäft würde dem Wahlentscheid, der gegen die bisherige Regierung ausgefallen ist, doch wohl nicht entsprechen ... Erfreulich war, dies dürfen wir vermerken, daß die rechts- und linksradikalen Parteien wieder einmal völlig abfielen. Tgl.