Als vierter der großen Altkonzerne der Eisen- und Stahlindustrie hat nun auch die Hoesch AG., Dortmund, ihre Hauptversammlung abgehalten und einen recht optimistischen Bericht über die Lage des Unternehmens gegeben. Es darf damit gerechnet werden, daß das Aktienkapital von 135 Millionen DM in etwa 1:1 umgestellt wird, obwohl insgesamt Kriegsschäden und uneinbringliche Forderungen fast 150 Mill. RM ausgemacht haben.

Wenn jetzt, wie vorher bei Klöckner, beim Stahlverein und bei Mannesmann, die großen Reserven herausgeschleust und ausgenutzt werden, um das Vermögensbild der Gegenwart klarzustellen, dann kann die weitgehende Auflösung von Fettpolstern in der Bilanz leicht zu der an sich nicht unberechtigten Auffassung führen, als ob hier eine zu starke und gesundheitsschädigende Abmagerung vorgenommen werde. Wir glauben aber, daß diese Sorge im Falle Hoesch unberechtigt ist. Einmal behält der Konzern mit Sicherheit seine traditionelle vorsichtige Bilanzpolitik bei – Hoesch galt früher nach Krupp als das bestbilanzierte Unternehmen –, zum anderen geben die Erzeugungszahlen in Kohle und Stahl fast optimale Daten einer gegenwärtig überhaupt erreichbaren oder erlaubten Mengenproduktion.

Und die Neuordnung? – Nach Meinung der Verwaltung ist der Konzern in jeder Beziehung harmonisch abgestimmt, von der Kohle (6,5 Mill. t Jahreskapazität) über Rohstahl (1,3 Mill. t) bis zur ersten Stufe der Verarbeitung; und das beste wäre, es würde alles beim alten bleiben. Industriewirtschaftlich gesehen ist dies auch bei Hoesch voll zutreffend. Rlt.